Lungwitzbach: Es kann noch dauern

Vertreter des Freistaates haben sich mit Niederlungwitzern zum Gespräch getroffen. Es sollte Klarheit zum zweiten Bauabschnitt beim Hochwasserschutz hergestellt werden. Doch die Ungeduld bleibt.

Niederlungwitz.

So richtig zufrieden sind die Niederlungwitzer nicht, mit dem was sie am Mittwochvormittag gehört haben. Der Beginn des zweiten Bauabschnitts der Hochwasserschutzmaßnahmen am Lungwitzbach könnte frühestens im Jahr 2021 erfolgen. Bis dahin darf aber nichts schiefgehen. Das ist die Kernbotschaft, die Vertreter der Landesdirektion Chemnitz, der Landestalsperrenverwaltung und des sächsischen Umweltministeriums den Niederlungwitzern beim Gesprächstermin in der Ortschaftsverwaltung vermittelten.

Dabei haben Ortsvorsteher Uwe Wanitschka und Ortschaftsrätin Margret Mann einmal mehr auf die Dringlichkeit aufmerksam gemacht. Seit 2013 laufe die Sache bereits, in der Zwischenzeit ist der erste Bauabschnitt längst fertig, und das bringt ein Problem mit sich: Der dringend erforderliche zweite Bauabschnitt auf einer Länge von etwa 730 Metern von der Kulturhausbrücke bis zur Pegelbrücke hätte eigentlich als erstes realisiert werden müssen. Er liegt flussaufwärts des schon fertigen ersten Abschnitts. Die Folge: Die Niederlungwitzer wissen nicht, wie sich im Ernstfall das Wasser verhält, bevor es in den sanierten Abschnitt gelangt. Praktische Erfahrungen gibt es keine, denn beim jüngsten großen Hochwasser 2013 war der Abschnitt noch nicht saniert.

Doch das Problem besteht darin, dass für den zweiten ein Planfeststellungsverfahren notwendig geworden ist, weil damals einige Anwohner ihre Zustimmung zum Vorhaben versagt hatten. Um dort rechtliche Klarheit zu schaffen, ist nach den Worten des Ministerialdirigenten im Umweltministerium, Ulrich Kraus, Baurecht nötig. Und dies erlange man nur durch das aufwendige Planfeststellungsverfahren, das durchschnittlich drei bis fünf Jahre dauere und aufgrund immer strengerer gesetzlicher Regelungen aufwendiger werde.

Im konkreten Fall des Lungwitzbaches verhält sich die Sache so: Die Hochwasserschutzmaßnahmen sind ein Vorhaben der Landestalsperrenverwaltung. Das aufwendige Verfahren hingegen ist Sache der Landesdirektion Chemnitz, Referat 46. Bislang sind dort noch nicht alle notwendigen Unterlagen, um die Pläne öffentlich auslegen zu können. Das soll nach Angaben der Landesdirektion im Mai beziehungsweise Juni dieses Jahres so weit sein. Bei der Auslegung der Pläne seien bestimmte Fristen einzuhalten. Sämtliche Bedenken und Anregungen müssen einzeln abgewogen werden, ein Erörterungstermin mit den Betroffenen vor Ort ist nötig. Frühestens in einem Jahr, also Mitte 2020, könne mit dem Planfeststellungsbeschluss das nötige Baurecht bestehen, hieß es am Mittwoch. Wenn jedoch jemand dagegen klagt, dauert es noch länger.

Damit ist aber noch längst nicht gebaut. Denn es schließt sich die Ausführungsplanung an. Die Bauarbeiten müssen öffentlich ausgeschrieben werden. Hinzu kommt die Finanzierung des gesamten Vorhabens. Nach den Worten von Gerd Zobel, Betriebsleiter der Landestalsperrenverwaltung, könnte es jedoch zu Verzögerungen kommen, wenn für den Bau zum Beispiel bestimmte Grundstücke nicht zur Verfügung stehen. Um diese Probleme zu lösen, seien weitere aufwendige Verfahren notwendig.

Das Treffen der Niederlungwitzer mit den Vertretern der Landesbehörden und der Regierung kam auf Initiative der Glauchauer CDU-Landtagsabgeordneten Ines Springer zustande, die die Sachlichkeit während der knapp zwei Stunden hervorhob. Ortsvorsteher Uwe Wanitschka sagte den Landesbehörden alle Hilfe zu, die Niederlungwitz leisten könne.

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