Marienthal von seiner besten Seite

Wenn der Zwickauer Stadtteil im November leuchtet und die Läden voll sind, dann ist "Fackelzauber". Am Samstag strömten 20.000 Menschen zu dem Fest, das sich zum zweitgrößten der Muldestadt gemausert hat.

Zwickau.

Glühwein, Kinderpunsch und Fackeln hat der Eisenwarenladen von Reiner Sander in Marienthal nur einmal im Jahr im Angebot. Und zwar zum Stadtteilfest "Marienthaler Fackelzauber" am ersten Samstag im November. Der Händler und Dienstleister gehört zu den 60 Gewerbetreibenden, Vereinen und Institutionen, die sich dort präsentieren.

"Ich habe das Geschäft im September 2005 übernommen. Im gleichen Jahr wurde der ,Fackelzauber' aus der Taufe gehoben", erzählt Sander. In dem kleinen Laden drängen sich die Kunden. Viele staunen, was es alles zu kaufen gibt. Die ganze Familie und Freunde helfen, den Ansturm zu bewältigen. Tochter Alice ist extra aus Schulzendorf in Brandenburg angereist. Für Stimmung vor dem Laden sorgt die Hobbyband Jams, die Sander engagiert hat.

Swtlana Salewski nippt an ihrem Glühwein im Geschäft und erzählt, dass es für sie als Marienthalerin ein Muss ist, zum "Fackelzauber" zu gehen. "Es ist toll, was hier alles auf die Beine gestellt wird. Meine Schwester Irina ist zu Besuch. Und gemeinsam genießen wir das Fest."

Doch nicht nur beim Sander herrscht Hochbetrieb. Vor der Filiale der Werdauer Bäckerei Bayer lassen sich die Festbesucher Quarkbällchen schmecken, die Meisterin Heike Bayer frisch bäckt. Auch die zwei riesigen Bleche mit gut 700 Stück Brauni-Kuchen, einer Spezialität der Bäckerei, gehen weg wie warme Semmeln.

"Dass sich die Händler und Gewerbetreibenden mit ihren Angeboten präsentieren, und zeigen, dass nicht nur die Zwickauer City Einkaufserlebnisse zu bieten hat, ist das Hauptanliegen unseres Stadtteilfestes", sagt Lutz Feustel, einer der Organisatoren. "Damit die Geschäfte ausgiebig zum Schnuppern einladen können, halten wir auch weiterhin an unserem Konzept fest, dass der Fackelumzug erst um 20 Uhr beginnt." In diesem laufen Familien mit Kindern, aber auch viele Senioren mit. Und es leuchten nicht nur Fackeln, sondern auch kreativ gestaltete Lampions. Viele davon sind kurz vorher im Freizeitzentrum Marienthal entstanden. Ken Theiß hat den Mädchen und Jungen dabei geholfen. "Meine drei Kinder verbringen gern ihre Nachmittage hier. Heute kann ich etwas zurückgeben, unterstütze als Ehrenamtlicher die Lampionwerkstatt", sagt er.

Während Tausende Menschen am Fackelumzug teilnehmen, säumen auch viele Besucher den Straßenrand. Als sich der Zug gegen 20.40Uhr dem Zielpunkt Hagebaumarkt nähert, sind die schrägen Klänge der "Draufgänger Guggis" zu hören, und sofort wippen die Zaungäste im Takt. Zehn Minuten später steigt unter lautem Geknalle ein Feuerwerk in den Himmel. Anschließend wird am Baumarkt und entlang der Marienthaler Straße noch bis kurz vor Mitternacht weitergefeiert.

Bewertung des Artikels: Noch keine Bewertungen abgegeben
0Kommentare
Um zu kommentieren, müssen Sie angemeldet und Inhaber eines Abonnements sein.



    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus. An alle Adblocker

    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus.
    Mehr erfahren Sie hier...