Neue Ausstellung: Zwischen Lametta und Westpaket

Wie wurde Weihnachten in der DDR gefeiert? Besucher können sich im Schloss Hinterglauchau auf eine nostalgische Zeitreise begeben.

Glauchau.

Zu Weihnachten wird die Geburt von Jesus Christus gefeiert. Das war auch in der DDR nicht anders. Schlecht nur, dass die politische Führung ein sehr distanziertes Verhältnis zur Religion hatte. Trotzdem feierten die Menschen in der sozialistischen Republik Weihnachten. Das Museum im Schloss Hinterglauchau lässt in einer neuen Ausstellung mit dem Titel "Zwischen Frühstück und Gänsebraten - Weihnachten in der DDR" Erinnerungen an Westpakete, Jahresendfeieren und ungarische Gänse wieder lebendig werden.

Beginnend mit dem Warenmangel und den daraus resultierenden Erfindungsreichtum stellt die Ausstellung verschiedene Aspekte des Weihnachtsfestes in den Fokus. Natürlich schrieben auch in der DDR die Kinder Wunschzettel. Was davon letztlich unter dem Aluminiumlametta behangenen Weihnachtsbaum lag, blieb der Hartnäckigkeit und der Ausdauer der Eltern überlassen. Beispielsweise waren rote Igelit-Schuhe ein wunderbares Geschenk, aber auch Handspielpuppen wie der Sandmann und sein Freund Pittiplatsch aus dem DDR-Kinderfernsehen ließen Kinderaugen leuchten. "Wer eine Oma im 'Westen' hatte, bekam vielleicht sogar eines der begehrten Monchichis geschenkt", sagt die Museumsleiterin, Wiebke Glöckner. Musikalisch begleiteten das Fest über Jahre hinweg Frank Schöbel, der mit Aurora Lacasa im Jahr 1985 die legendäre Platte "Weihnachten in Familie" aufnahm. Aber auch Lauschaer Weihnachtskugeln und Geschirr aus dem Colditzer Werk werden in der Ausstellung bei den ein oder anderen Erinnerungen an vergangene Festtage mit der Familie in der DDR wecken. "Die Facetten des Weihnachtsfestes in der DDR sind reich und wahrscheinlich verknüpft jeder Erlebnisse und Erfahrungen damit. Die Ausstellung lebt von der Vielzahl der Leihgaben aus Privatbesitz und den damit verbundenen Erinnerungen", sagt der Museologe Robby Joachim Götze.

Begleitend zur Ausstellung finden am 2. und 4. Adventswochenende Schauvorführungen zum Klöppeln und Schnitzen statt. An den beiden Adventssonntagen, 8. und 22. Dezember, lädt um 14 Uhr die "Flimmerstunde im Schloss" mit einem DEFA-Märchenfilm kleine und große Zuschauer ein. Der Eintritt ist für Kinder bis 16 Jahre kostenfrei.

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