Niederlungwitzer feiern, wo laute Musik keinen stört

Ein Dorf im Festival-Fieber. Die Livemusik von den Asphaltraketen zündete bei den Besuchern am Pappelweg. Das Muh-Festival soll keine Eintagsfliege bleiben.

Niederlungwitz.

Mit der Premiere des Muh-Festes vergangenen Samstag ist der Bekanntheitsgrad des abgelegenen Pappelweges in Niederlungwitz bei mehreren hundert Gästen gestiegen. Bei bestem Wetter ging das Konzept von Tobias Winkler auf: Mit Bollerwagen, Traktor, Kinderwagen, Rollstuhl, Fahrrad und Auto kamen Neugierige und eroberten nachmittags das Festgelände. "Wir wollten Familien erreichen, die ihre Zeit gemeinsam bewusst verbringen. Etwas bieten, wo man dem Stress des Alltags entfliehen kann und das Leben kurz entschleunigt", sagte Winkler, Musiker der Band Asphaltraketen.

Mit einem Publikum aller Altersgruppen, mit Besuchern aus den umliegenden Dörfern, aus Zwickau und sogar Dresden startete pünktlich 16 Uhr die Live-Musik im alten ausgedienten LPG-Bereich. "Wir fanden die Fläche einfach optimal. Abgelegen wegen der Lautstärke, mit Parkplätzen, die kostenlos zur Verfügung stehen und optimal sind für eine kleine Bühne", sagte Winkler im Vorfeld. Seine Erwartungen wurden bereits in den frühen Nachmittagsstunden mit geschätzten 400 Besuchern weit übertroffen. "Hier ist alles ziemlich gechillt. Jetzt sehen wir hier die Altrocker in der Runde mit ihren Kindern spielen. Es ist herrlich, diese Kombination der Generationen zu beobachten", sagte Matthias Krauß aus Niederlungwitz. Er hatte Kinder und Enkelinnen dabei.


Mit einem breiten Repertoire an bekannten Liedern begeisterten die Gastgeber sofort und ernteten großen Applaus der Zuschauer. Dabei wurde die Textsicherheit an Ohrwürmern immer wieder abgefragt, zum Mitsingen animiert, während die Kinder unter dem Sonnenzelt Spiele testeten. "Hier sieht man mal, dass sich Kinder auch ohne elektronisches Spielzeug noch beschäftigen können. Einfache Spiele, die nicht viel kosten, aber Spaß machen. Ich bin total begeistert", sagte Petra Gimpel aus St. Egidien, die selbst in der Kinderbetreuung arbeitet. Tatkräftige Hilfe erhielt Tobias Winkler von seinen Unterstützern aus Mülsen St. Micheln. Die Betreiber des "Freundewerkes" sorgten nicht nur für die vielen liebevollen Details aus Holz auf dem Gelände, sie kümmerten sich auch um Getränke und Snacks und kamen beim Ansturm ziemlich ins Schwitzen. "Wir freuen uns über die Unterstützung und das Engagement aller Beteiligten, über die Bands und Sänger, die den ersten Schritt mit uns wagten", sagte ein begeisterter Tobias Winkler nach der Premiere. "Aber im nächsten Jahr, am 30. Mai, wird es noch größer. Da werden wir unser zehnjähriges Band-Bestehen mit Musikern und hoffentlich vielen Gästen feiern und freuen uns jetzt schon auf das zweite Muh-Fest in Niederlungwitz", kündigte er eine Neuauflage an.

Bewertung des Artikels: Noch keine Bewertungen abgegeben
0Kommentare

Die Diskussion wurde geschlossen.



    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus. An alle Adblocker

    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus.
    Mehr erfahren Sie hier...