Pumpen müssen raus aus den Bächen

Angesichts der niedrigen Wasserstände in den Gewässern im Landkreis untersagt das Landratsamt ab Freitag, Wasser daraus abzupumpen. Das Verbot gilt bis Ende Oktober.

Zwickau.

Ab dem morgigen Freitag dürfen Eigentümer und Anlieger aus oberirdischen Gewässern kein Wasser mehr pumpen. Das teilte jetzt das Landratsamt auf Anfrage mit. Die untere Wasserbehörde untersagt die Wasserentnahme bis einschließlich 31.Oktober. Ob wie im Vorjahr zusätzlich das Schöpfen mit Gefäßen untersagt wird, könne das Umweltamt nicht ausschließen, teilte Landkreissprecherin Ilona Schilk mit.

Nach dem Dürrejahr 2018 ist die Situation in den Gewässern im Landkreis auch derzeit kritisch, konstatiert die Wasserbehörde. Erneut gebe es Niedrigwasserstände. Durch das außergewöhnlich trockene Vorjahr, den schneearmen Winter und die wenigern Niederschläge in den vergangenen Monaten sowie extrem hohe Temperaturen im Juni bestehe sachsenweit ein ausgeprägtes Wasserdefizit. Selbst nach den kürzlichen Niederschlägen seien die dadurch angestiegenen Wasserstände schnell wieder zurückgegangen. "Die Abflüsse liegen häufig unter den langjährig beobachteten mittleren Niedrigwasserabflüssen", sagt Ilona Schilk.


In der Regel werde Wasser mittels Pumpe und Schlauch aus den Gewässern zur gärtnerischen Nutzung entnommen, so das Amt. Das heißt, Anwohner nutzen es, um ihre Pflanzen zu gießen und/oder den Rasen zu sprengen. Zum Teil sei die Entnahme aufgrund der geringen Wasserführung nur möglich, weil das Wasser künstlich, zum Beispiel mittels Brett, angestaut werde.

Bereits 2018 war im Juli die Entnahme von Wasser durch Privatpersonen aus Fließgewässern nicht mehr toleriert und durch das Landratsamt ein Entnahmeverbot ausgesprochen worden. Das hatte damals sowohl die Verwendung von Pumpen als auch das Schöpfen mit Handgefäßen betroffen. Bei den Kontrollen der unteren Wasserbehörde ab Ende Juli 2018 wurden 13 Wassersünder erwischt und Ordnungswidrigkeitensverfahren eingeleitet. Kontrolliert worden waren der Mülsen-, der Beiersdorfer, der Fraureuther, der Kuhschnappel-, der Neumarker-, der Lungwitz-, der Herrns-, der Reinholdshainer und der Rödelbach. Ob die Sünder ein Bußgeld zahlen mussten und wenn ja, in welcher Höhe, war auf Anfrage im Landratsamt Zwickau nicht zu erfahren.

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