Pyrotechnik: 23-Jähriger entschuldigt sich

Fünf junge Leute müssen sich seit gestern vor Gericht verantworten, weil sie im Mai 2016 inmitten Tausender FSV-Fans Bengalos auf dem Hauptmarkt gezündet hatten. Die Männer sind zum Teil polizeibekannt.

Zwickau.

Es sollte eine fröhliche Party werden: Mit einem Fest auf dem Zwickauer Hauptmarkt haben Tausende Fans am 29. Mai 2016 den Aufstieg des FSV Zwickau in die dritte Liga gefeiert. Für fünf Männer jedoch hat der Freudentaumel seit gestern ein Nachspiel vor dem Strafrichter des Amtsgerichtes: Inmitten von 5000 Menschen sollen sie Rauchtöpfe und Bengalo-Fackeln entzündet haben - und das, obwohl der Veranstalter dies ausdrücklich untersagt hatte. Mindestens acht Personen wurden damals verletzt. Die meisten von ihnen mussten wegen Atemnot, Kreislaufproblemen und Verbrennungen behandelt werden. Eine Frau musste sogar um ihr Augenlicht bangen.

Der Vorwurf gegen die fünf Angeklagten: gefährliche Körperverletzung. Doch der Fall ist knifflig. Trotz der Sichtung von vier Filmen, die am Tatabend aufgenommen worden waren, konnte das Gericht den Männern keine konkreten Handlungen zuzuordnen. Selbst die gestern angehörten Zeugen erkannten keinen der Angeklagten wieder. Einzig der jüngste unter den Männern auf der Anklagebank, ein 23-jähriger Zwickauer, war auf einem Video eindeutig mit zwei Rauchtöpfen in der Hand zu erkennen. Er legte als einziger ein vollständiges Geständnis ab und entschuldigte sich zudem bei den Opfern.


In einer Verhandlungspause verständigten sich Richter, Staatsanwalt und Verteidiger darauf, für zwei der Angeklagten das Verfahren gegen die Zahlung einer Geldstrafe von jeweils 2000 Euro vorläufig einzustellen. Bedingung: ein Geständnis. Der mit 36 Jahren älteste Angeklagte hatte bereits zum Prozessauftakt eingeräumt, mit Pyrotechnik hantiert haben. Allerdings behauptete er, dies in einer "nicht so vollen Ecke" getan zu haben. Zudem sei ihm die brennende Fackel von einer unbekannten Person zugesteckt worden. Ähnlich äußerte sich der andere mit der Geldstrafe belegte Fan. "Ich war mir nicht bewusst, wie gefährlich das ist", sagte er. Er hatte zunächst geschwiegen und sich erst zu einem Geständnis bereit erklärt, nachdem ihm die Verfahrenseinstellung angeboten worden war. Der fünfte Angeklagte konnte indes wieder nach Hause gehen, weil sich sein Anwalt krank gemeldet hatte. Gegen ihn wird später verhandelt.

Die zwei auf der Anklagebank verbliebenen jungen Männer hatten während der Zündelei unter Bewährung gestanden. Einer der beiden hatte zuvor bereits zwölf Vorstrafen gesammelt - alle im Zusammenhang mit Fußball. Der jüngste, ebenfalls vorbestrafte Angeklagte wiederum hatte nach Ansicht des Gerichtes trotz seines Geständnisses vorsätzlich gehandelt: Er war nach dem Relegationsspiel in Plauen zunächst nach Hause gegangen und hatte von dort die Rauchtöpfe geholt.

Ein Zeuge sagte gestern aus, dass in seiner Nähe mehrere Personen mit Fackeln gestanden hätten, die sie auch zündeten. Es hätte sie nicht gestört, dass kleine Kinder auf dem Platz waren. Ein anderer Zeuge wiederum sagte, durch den Qualm sei es mehrere Minuten "stockdunkel" gewesen. Am 18. Mai wird das Verfahren fortgesetzt. Dann wird auch ein Urteil erwartet.

Bewertung des Artikels: Noch keine Bewertungen abgegeben
0Kommentare

Die Diskussion wurde geschlossen.



    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus. An alle Adblocker

    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus.
    Mehr erfahren Sie hier...