Rennkommissare sehen bald gestochen scharfe Bilder

Der Freistaat Sachsen investiert 900.000 Euro in Modernisierungen am Sachsenring. Es geht um Grünstreifen und die digitale Streckenüberwachung.

Oberlungwitz.

Der Countdown läuft. In 123 Tagen dreht die Weltelite des Straßenmotorrad-Rennsports auf dem Sachsenring wieder am Gasgriff. Vom 5. bis 7. Juli fahren Rossi & Co. auf der 3671 Meter langen Piste schnelle Runden. Wie das sächsische Finanzministerium jetzt mitteilte, investiert der Freistaat in diesem Jahr 900.000 Euro in den Sachsenring. Das ist die Voraussetzung, damit der Grand Prix Deutschland auf Sachsens Traditionskurs stattfinden kann.

Mit der Investition werden die neuen Forderungen der Dorna erfüllt. Sie hält die Vermarktungsrechte für die Motorrad Grand Prix. Das Geld fließt in die Modernisierung und den Ausbau sicherheitsrelevanter Elemente - das digitale Streckenüberwachungssystem und asphaltierte Auslaufzonen. Das heißt ganz praktisch: "Die Kamerasysteme, die die Bilder von der Strecke zur Race-Control liefern, werden ausgetauscht, auch die Monitore in der Race-Control", sagt Ruben Zeltner, Geschäftsführer des Verkehrssicherheitszentrums "Am Sachsenring" (VSZ) und damit Hausherr an der Rennstrecke. Die Glasfaserkabel für die Übertragung der Daten von der Rennstrecke sind bereits im vergangenen Jahr verlegt worden. Insgesamt 29 Kameras, rund um die Strecke verteilt, werden künftig gestochen scharfe Bilder liefern. Das erleichtere dem Team der Rennkontrolle die Arbeit enorm, sagt Zeltner. Ausgetauscht werden im Zuge der Modernisierung auch die Bildschirme im Pressezentrum. Die haben schon einige Jahre auf dem Buckel. "Wir werden als Verkehrssicherheitszentrum von den Maßnahmen natürlich auch profitieren. Die Race-Control ist ja das ganze Jahr über in Betrieb", sagt VSZ-Chef Ruben Zeltner.

Die Forderungen der Dorna betreffen auch die Rennstrecke selbst. Zwei Grünstreifen in den Auslaufzonen müssen durch Asphalt ersetzt werden. Der eine befindet sich im Bereich von Start und Ziel in Rennrichtung rechts. Der andere ist der Rasen an der VW-Brücke. Auch dort soll stattdessen Asphalt aufgezogen werden.

2018 hatte sich Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) bei einem Besuch vor Ort zum Sachsenring bekannt. Jetzt hat das Land die Mittel freigeben. Die 900.000 Euro sind der Landesanteil. "Dazu kommen noch einmal 20 Prozent Eigenanteil", so Zeltner. Die Arbeiten sollen so schnell wie möglich beginnen. Allerdings erfolgt jetzt erst einmal die Ausschreibung der Aufträge, dann die Vergabe. "Zum Teil werden die Arbeiten bei laufendem Betrieb erfolgen müssen, das ist nicht ganz einfach", sagt der VSZ-Chef. Er sei jedoch absolut sicher, dass der Zeitplan gehalten wird.

ADAC Motorsportchef Thomas Voss lobt das Engagement: "Wir begrüßen die Investition des Freistaates Sachsen in die Infrastruktur des Sachsenrings. Es gibt in Deutschland nur wenige Rennstrecken. Daher sind Maßnahmen, die dazu beitragen, die Strecken zu erhalten und zukunftsfähig zu machen, von hoher Bedeutung für den Motorsport."

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