Sachsenallee-Grundschule: Sanierung wird teurer als geplant

Seit April läuft der Innenausbau, und er wird sich noch mindestens ein Jahr hinziehen. Das liegt auch daran, dass die Arbeiter auf unvorhersehbare Hindernisse stoßen.

Glauchau.

Die Fassade strahlt wie frisch herausgeputzt in einem warmen Braunton, im Inneren jedoch ist die Glauchauer Sachsenallee-Grundschule gerade nicht wiederzuerkennen. Das Gebäude wurde - seit April läuft der Innenausbau - komplett entkernt und zurückgebaut. Es werden nicht nur die Raumaufteilungen geändert, sondern auch alle Versorgungsleitungen erneuert, die Fußböden herausgerissen und die Türöffnungen vergrößert, damit die Zimmer künftig barrierefrei zugänglich sind.

Die Komplettsanierung sei nötig, denn das Gebäude stamme aus den 1970er-Jahren, sagt Heike Joppe, Vize-Fachbereichsleiterin für Planen und Bauen. Derzeit werden die Durchbrüche für die Leitungen hergestellt - wegen der Dämmung müssen die Öffnungen vergrößert werden. Zudem erfolge die Installation von Heizungs-, Lüftungs- und Sanitärtechnik. Im Keller würden gerade die Grundleitungen verlegt sowie die Kanäle verschlossen. Da in den großen Zimmern Trennwände entfernt wurden, müssen dort die Decken verstärkt werden. Das sei zu 90 Prozent erledigt, erklärt Joppe.

Bis jedoch die Schüler wieder einziehen können, wird noch einige Zeit vergehen. Ziel sei eine Fertigstellung in der zweiten Jahreshälfte 2019, sodass die Kinder entweder nach den Sommer- oder Herbstferien die Räume beziehen können. Die lange Bauzeit begründete Joppe damit, dass viele Arbeiten nötig seien, die nacheinander erledigt werden müssen. Man könne ja keine Toiletten einbauen, solange die Anschlüsse fehlen. Zudem merke man, dass die Baufirmen alle gut ausgelastet sind. Hinzu kämen auch noch "Dinge, die nicht vorhersehbar waren". So etwa stießen die Bauleute im Keller auf Beton, der weitaus dicker war als in den Unterlagen angegeben.

Insgesamt sind die Arbeiten auf 25 Gewerke verteilt. Davon sind zehn bereits vergeben. Über weitere fünf Lose soll der Stadtrat am 30. August entscheiden. Die noch übrigen zehn Ausschreibungen sollen bis spätestens Anfang 2019 über die Bühne gebracht werden, "sodass wir dann wissen, wo wir hinmarschieren mit den Kosten", meinte die Fachfrau. Schon jetzt ist aber klar: Das Projekt wird teurer als geplant. Der 2015 gestellte Förderantrag sah noch 3,8 Millionen Euro vor, inzwischen plant die Stadt mit 4,2 Millionen Euro. Daher muss ein Aufstockungsantrag für die Förderung gestellt werden. "Die Baupreise sind derzeit schwer kalkulierbar", erklärt Joppe. Die Stadt trägt demnach über 60 Prozent der Kosten.

Laut Joppe wird auch die Ausstattung der Klassenzimmer und Fachkabinette zu 100 Prozent erneuert. Maximal knapp 450 Schüler können dann aufgenommen werden, vor der Sanierung waren es 330. Der Hort wird komplett einziehen. Die Außensanierung war bereits 2013/14 erfolgt, der Innenausbau wurde 2015 beschlossen. Ausweichstandort ist die Schule in Gesau, die LRS-Klassen (Lese-Rechtschreibschwäche) sind in der Erich-Weinert-Schule untergebracht.

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