Schmierfinken verunstalten Stadt

In letzter Zeit sind vermehrt wilde Graffiti aufgetaucht. Die Stadt steuert schon lange dagegen. Doch es bleibt mühsam.

Glauchau.

Das ehemalige Arbeitsamt an der Hoffnung, das sanierte Gebäude am Schillerpark, die Schaltkästen im Gründelpark, jetzt sogar die Schlossmauer am Mühlberg - die Liste der mit wilden Schmierereien versehenen Gebäude und Objekte in Glauchau ließe sich nahezu endlos fortsetzen. Gerade in letzter Zeit sind weitere Verunstaltungen hinzugekommen. Und selbst Flächen, die schon einmal von Schmierereien gereinigt worden waren, bleiben nicht verschont. So zum Beispiel an der Treppe vom Bahnhof zum Gerhard-Hauptmann-Platz.

Soweit es städtische Objekte betrifft, hat die Stadt Glauchau Anzeige erstattet. "Es handelt sich um illegale Schmierereien und sind Straftaten", teilt die Stadt auf Anfrage mit. Diese seien nicht mit Graffitikunst, wie beispielsweise am ehemaligen Funpark, zu verwechseln.

Doch was kann man gegen diese Schmierereien unternehmen? Die Stadt selbst startet seit einigen Jahren sogenannte Graffiti-Projekte. Zum Beispiel das Projekt "Graffitischön", bei dem unter anderem das Mondscheinhaus, die Friedhofsmauer an der Lichtensteiner Straße oder die Rückwand des ehemaligen Funparks gestaltet wurden. Federführend war damals der Jugendbeirat in Glauchau. Vergangenes Jahr gab es unter Leitung des Stadtteilmanagers am Scherberg, Peter Dittmann, mehrere Projekte. Kinder, Jugendliche aber auch Erwachsene gestaltete mehrere Buswartehäuschen. Weiterhin suche die Stadt nach geeigneten Flächen, auch von Privateigentümern, die man für die Gestaltung mit Graffiti zur Verfügung stellen kann. Nach den Worten von Dittmann sollen mit diesen Projekten die Jugendlichen und auch die Erwachsenen unter Anleitung von Graffitikünstlern für das Thema sensibilisiert werden.

Mit dem geplanten Abriss des ehemaligen Funparks zum Beispiel verschwindet die dortige Rückwand, die Bestandteil eines der großen Graffitiprojekte war. Eine Ersatzfläche gibt es mittlerweile an den Stützwänden am Radweg zwischen Mühlberg und Mühlgrabensteig. Diese stünden für das künstlerische Gestalten zur freien Verfügung.

Das Entfernen der wilden Schmierereien ist offenbar ein Problem. Die Stadt setzt dabei unter anderem auf die Hilfe von Schulen. An den Stellen, an denen es immer wieder zu Schmierereien kam, hat die Stadt die Fassaden künstlerisch gestalten lassen, etwa an der Schlossstraße/Ecke Zwinger oder an der Meeraner Straße/Ecke Lindenstraße. Doch viele Schmierereien prägen dennoch das Bild - vor allem in der Innenstadt. Der CDU-Stadtrat Andreas Winkler schlägt vor, gerade jetzt, da kleinen Unternehmen geholfen werden müsse, könne man geeignete Firmen damit beauftragen, die Schmierereien zu entfernen. Wann das wilde Graffiti am sanierten Toilettenhäuschen am Schillerplatz entfernt wird, ist derweil noch unklar. Die Schmiererei soll mit den geplanten Anstrich der Fassade verschwinden. Doch der Termin Anfang April sei gefährdet, weil die Personalkapazität des beauftragten Malerbetriebs wegen der Coronakrise nicht kalkulierbar sei.


Einen Monat für
nur 1€ testen.
Verlässliche Informationen sind jetzt besonders wichtig. Sichern Sie sich hier den vollen Zugriff auf freiepresse.de und alle FP+ Artikel.

JETZT 1€-TESTMONAT STARTEN 
0Kommentare

Die Diskussion wurde geschlossen.