Schulleiterin frustriert: Immer neue Schäden am Spielplatz

Müll, Schmierereien, zerstörte Anlagen -an der Grünfläche der Internationalen Grundschule gibt es seit Längerem Vandalismus. Die Einrichtung weiß bald keinen Rat mehr.

Glauchau.

Bianca Teichmann ist eine besonnene Frau. Doch den Ärger über die Zerstörungswut direkt neben der Internationalen Grundschule, die sie leitet, kann sie nur schwer verstecken. Auf dem Spielplatz, der zwischen Schule und Färberstraße liegt, zeigt Teichmann auf zahlreiche Stellen, an denen sie und Hausmeister Axel Engelhardt in den zurückliegenden Wochen und Monaten Beschädigungen entdeckt haben.

"Dort drüben lagen zuletzt Glasscherben, in der Hütte wurde gezündelt, Laternen herausgerissen. Und auch Müll liegt herum." Engelhardt ist dann am nächsten Morgen erst einmal damit beschäftigt, alles wieder in Ordnung zu bringen. Die Kletterwand ist mit vielen Schmierereien versehen. "Das Netz, das auf der anderen Seite hing, haben wir zweimal ersetzt. Inzwischen lassen wir es." Ein Netz koste 800 Euro. Vor einem halben Jahr wurden extra Mülleimer aufgestellt, damit wenigstens der Unrat darin landet. Resultat: Der Korbinhalt wurde quer übers Gelände verteilt. Und selbst auf dem neuen Sportplatz, der Ende Oktober eingeweiht werden soll, wurden schon Glasflaschen über den Zaun geworfen. "Ich habe sogar einmal einen Kothaufen gesehen", sagt Axel Engelhardt. "Von einem Hund war der nicht."

Das Areal grenzt an der privaten Grundschule an und wird von dieser genutzt, gehört allerdings der Stadt und ist zur Färberstraße hin offen. Komplett abschließen könne die Schule das Gelände nach Absprache mit der Stadt nicht, so die Leiterin. Die Täter sind keine Unbekannten: "Es sind Jugendliche, deren Namen uns zum Teil auch bekannt sind." Man wisse, dass mehrere Oberschüler der Lehngrundschule darunter sind. "Ich habe versucht, mit den Jungs zu reden." Bislang allerdings ohne Erfolg. "Bei einer Anzeige würden die Jugendlichen eventuell bald als vorbestraft gelten. Und unser Geld sehen wir dadurch auch nicht wieder. Die Versicherung kommt nicht dafür auf."

Sogar das Elternpaar eines Täters hat Teichmann schon ins Gebet genommen. Das Ergebnis war ernüchternd. "Die Eltern sagten lediglich, sie können den Schaden nicht zahlen." Aber das ist gar nicht Teichmanns vorderstes Anliegen. Eine Reinigungsaktion unter Aufsicht des Hausmeisters würde sie befürworten. Die Jugendlichen müssten lernen, dass es Grenzen gibt und dass uns das viel Zeit und Geld kostet."

Als Bianca Teichmann am Donnerstagnachmittag gerade die Schäden des Areals zeigt, sind wieder mehrere Jugendliche auf dem Platz, der laut Hinweisschild für Kinder bis zwölf Jahre gedacht ist. "Ganz ehrlich, wie alt seid ihr?", fragt sie. "Die Schaukel, auf der ihr sitzt, ist für zwei Leute gebaut, nicht für fünf." Zumindest jetzt hören die Schüler auf Bachmann. Auf den Vandalismus angesprochen sagen sie: "Damit haben wir nichts zu tun." Teichmann will weiter besonnen bleiben. "Versucht, euren Kollegen bitte Einhalt zu gebieten, wenn ihr so was mitbekommt!"

Nach den Ferien will sie mit der Leitung der Lehngrundschule Kontakt aufnehmen.

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