Stadtteilpark: Rathaus weist Vorwürfe der Linken zurück

Auf dem Areal hat die Stadt Glauchau Bäume fällen lassen. Doch von einem Kahlschlag wollen die Verantwortlichen nichts wissen.

Glauchau.

Gunnar Heerdegen hat alles noch mal genau überprüft. Die Kritik will der Fachbereichsleiter für Planen und Bauen im Glauchauer Rathaus nicht auf sich sitzen lassen. Die Linken haben der Stadt Kahlschlag vorgeworfen, als augenscheinlich war, wie viele Bäume und Sträucher auf dem Gelände des künftigen Stadtteilparks abgeholzt worden sind. "Von einem Kahlschlag kann nicht die Rede sein", sagte Heerdegen. Im Gegenteil, es seien sogar mehr Bäume stehen geblieben als ursprünglich angenommen.

Auf der 6000 Quadratmeter großen Fläche an der Schlachthofstraße/Ecke Heinrich-Heine-Straße soll ein Stadtteilpark entstehen. Eigens dafür hatte die Stadt im Februar Bäume und Sträucher auf dem Gelände entfernen lassen mit der Maßgabe, dass das Grün stehen bleiben soll, was erhaltenswert und in die Planung des Parks passt. "Der Planer ist bei den Fällarbeiten dabei gewesen", sagte Heerdegen. Einige Bäume, von denen man zuvor dachte, sie könnten stehen bleiben, mussten aus Sicherheitsgründen gefällt werden, andere, die ursprünglich zum Fällen vorgesehen waren, wurden wiederum stehen gelassen. In der Summe sind laut Heerdegen 57 Bäume und 15 Sträucher erhalten geblieben. Geplant war vor Beginn der Fällarbeiten, 35 Bäume und 13 Sträucher stehen zu lassen.

Torsten Kleditzsch

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Der Linken-Stadtrat Kai Thieme hatte die Fällarbeiten bereits nach deren Abschluss im Februar kritisiert. In der Aufgabenstellung für die Planer sei festgelegt, dass ein Großteil des vorhandenen Baumbestandes erhalten bleiben soll. Es sei nicht leicht, den Leuten zu vermitteln, dass das so vorgesehen war. Seine Fraktionskollegin Julia Stein hatte darauf aufmerksam gemacht, dass mit den Abholzungen der natürliche Lärmschutz vom Café Taktlos nicht mehr gegeben sei. Und in einem Leserbrief an die "Freie Presse" hatte der Glauchauer Michael Berger davon gesprochen, die Jugendlichen im benachbarten Jugendtreff H2 würden befürchten, vertrieben zu werden. Letzteres wies Gunnar Heerdegen nun strikt zurück.

Anfangs hatte es einen öffentlichen Workshop gegeben, bei dem Ideen für die Gestaltung des künftigen Parks gesammelt wurden. Da waren auch Jugendliche des H2 dabei, die sich für einen Mehrgenerationenpark mit zahlreichen Spiel- und Aktionsgeräten ausgesprochen hatten. Der Stadtrat hatte sich nach der Öffentlichkeitsbeteiligung jedoch auf einen Stadtteilpark mit Erholungsfunktion verständigt - also ohne größere Aktivitätsbereiche - und die Planungen weiter vorangetrieben. In der kommenden Woche sollen die ersten Gestaltungsentwürfe in den Ausschusssitzungen vorgestellt werden. Am Montag tagt der Technische Ausschuss, am Donnerstag der Verwaltungsausschuss.

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