Teichsanierung: In Meerane blubbert's noch bis November

Belüften statt baggern: Die Stadt geht bei der Verbesserung der Wasserqualität neue Wege. Das biologische Verfahren soll vor allem eines: Kosten sparen.

Meerane.

Halbzeit bei der Teichsanierung in Meerane: Noch bis voraussichtlich Ende November blubbert es im Gondelteich und in dem Teich hinter dem Hochwasserschutzdamm. Statt Bagger rücken dort seit Mai Mikroorganismen der gut 50 Zentimeter dicken Schlammschicht zu Leibe.

Möglich macht das die Technik der Firma Öko-Service Anders aus Diera-Zehren, die über ein Schlauchsystem Sauerstoff in die beiden Gewässer des Gornzigtals bläst. "Die sich dabei bildenden Mikroorganismen sind in der Lage, die organischen Bestandteile abzubauen", erklärt Sabine Schumann vom Sachgebiet Umwelt der Stadtverwaltung. Die Rathausmitarbeiterin hatte sich erst in der Vorwoche mit dem Chef der beauftragten Firma ein Bild vom Fortschritt der Teichsanierung gemacht. "Das funktioniert schon gut. Das lässt sich an der Klarheit des Wassers ablesen", erklärt der Experte, der seit etwa zehn Jahren die Teichentschlammung auf biologischer Basis durchführt. Seinen Kontrollmessungen zufolge sind bisher schon 10 bis 15 Zentimeter Faulschlamm abgebaut worden. Letzterer sei in den Vorjahren vornehmlich durch die von den Bäumen herunterfallenden Blättern zustande gekommen. Bagger könnten seiner Darstellung zufolge zwar den Schlamm beseitigen, das müsste aber nicht heißen, dass sich auch die Wassergüte verbessert. "Wir nehmen die Natur zum Vorbild, um durch den Einsatz von Sauerstoff biologische Vorgänge in den beiden Gewässern in Gang zu setzen", begründet der 56-Jährige.


Das biologische Verfahren für die Teichsanierung lässt sich die Kommune 20.000 Euro kosten. "Das Vorhaben ist im Haushalt eingestellt", stellt Schumann klar. Hätte sich die Stadt für das konventionelle Ausbaggern entschieden, würden sich die Kosten laut Recherchen der Verwaltung verzehnfachen. Außerdem wäre es in dem Fall erforderlich gewesen, das Wasser in beiden Teichen abzulassen. "Das ist alles sehr langwierig, auch müssten die Fische aus den Gewässern genommen werden", so Schumann. Und nicht nur das: Die Gefahr, dabei die Teichsohle und den Uferbereich zu beschädigen, sei durchaus groß.

"Wir denken daher bereits darüber nach, dieses Sanierungssystem dauerhaft zu etablieren", sagt die Rathausmitarbeiterin. Denn die beiden Gewässer als Teil der Natur und Landschaft stehen unter besonderem Schutz. "Außerdem führen die an den Teichen gelegenen Wanderwege unter anderem ins nahe gelegene Schönberg und zum Schillerpark", ergänzt die 31-Jährige. Wanderer hätten zudem die Möglichkeit, im angrenzenden Gasthof zu verweilen. Darüber hinaus würden Angelfreunde die Gewässer nutzen.

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