Töpfermarkt für Händler sehr begehrt

Einen Verkaufsstand zu ergattern, ist für die Töpfer oft nicht leicht. Bei Doreen Kaiser hat es nun erstmals geklappt. Dabei ist sie in Waldenburg keine Unbekannte.

Waldenburg.

Knapp 80 Töpfer haben sich am Pfingstwochenende auf dem Waldenburger Freiheitsplatz ein Stelldichein gegeben, und unzählige Besucher kamen an beiden Tagen zum Gucken, Staunen und Kaufen. Unter den Ausstellern war zum ersten Mal die Altenburgerin Doreen Kaiser dabei. Im Gepäck hatte sie unter anderem Vogeltränken, Öllampen, Gefäßensembles mit bunten Häusermotiven, Küchenutensilien und Frühstücksservices, die sie hauptberuflich seit 2001 in ihrer Töpferei, einer ehemaligen Tischlerei am Fuße des Altenburger Schlosses, fertigt.

Ihre Ausbildung machte die 52-Jährige von 1995 bis 1998 bei dem Waldenburger Töpfermeister Peter Tauscher, nach der sie als bester Lehrling von Sachsen ausgezeichnet wurde. "Mit einigen Mitarbeitern und ehemaligen Azubis habe ich immer noch Kontakt. Mit Waldenburg fühle ich mich sehr verbunden", sagt Kaiser. Die Mutter einer Tochter ist Töpferin aus Leidenschaft. Schon von Kindesbeinen an wusste sie, als sie Bekannten beim Töpfern über die Schulter schaute: "Das und nichts anderes möchte ich machen." Das Telefon nehme sie nicht mit in die Töpferwerkstatt. Lediglich ein Hörbuch schalte sie sich bei ihrer Arbeit an. Das handwerkliche Geschick habe sie von ihrem Großvater geerbt, der als Tischler tätig war. Für den Töpfermarkt in Waldenburg hatte sie sich schon einmal beworben. Dieses Jahr, bei der 25. Auflage, hat es geklappt.


Laut Nadine Werner vom Tourismusamt Waldenburg bewerben sich jedes Jahr 120 bis 150 Handwerker für den Töpfermarkt. Der Töpferverein Waldenburg wählt unter allen 80 geeignete Töpfer aus. Es werde streng darauf geachtet, dass es sich bei den Keramiken um traditionell gefertigte Handarbeitsprodukte handelt.


Zwei weitere Exoten

Den weitesten Anreiseweg zum Töpfermarkt hatten Melinda und Arpad Takács. Die beiden leben in Budapest und verkaufen seit einigen Jahren auf dem Waldenburger Töpfermarkt ihre handgefertigten Ocarinas aus Ton. Mit den bauchigen Flöten, die ursprünglich aus Südamerika stammen, lassen sich verschiedene Töne erzeugen.

Töpfermeister Peter Krause aus dem thüringischen Hermstedt bei Apolda nimmt schon von Beginn an am Töpfermarkt in Waldenburg teil. "Das Ambiente ist jedes Mal schön. Die Sachsen sind sehr freundlich und kauffreudig", so Krause. Das Töpferhandwerk hat in seiner Familie eine lange Tradition. (stsu)

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