Vollgas im Doppelpack

Zwei Brüder - ein Hobby: Dominik und Marcel Fugel stehen am Wochenende als Konkurrenten auf dem Sachsenring, aber als Markenkollegen.

Oberlungwitz.

An jenen Tag im März auf der Nordschleife des Nürburgrings erinnert sich Dominik Fugel nur ungern. Es war der Auftakt in der VLN Langstreckenmeisterschaft. "Plötzlich ist das Bremspedal zum Bodenblech durchgefallen. Ich bin dann nahezu ungebremst in die Mauer gekracht." Auf die Schrecksekunden folgte die Diagnose: Erster Lendenwirbel gebrochen. Damit war für den heute 21-Jährigen die Saison vorzeitig gelaufen.

"Ich bin inzwischen fast vollständig auskuriert. Den Unfall blende ich beim Fahren einfach aus", sagt Dominik Fugel. In dieser Saison gibt er wieder Vollgas. Und zwar im Cockpit eines Honda Civic TCR mit knapp 350 PS unter Haube. Derzeit rangiert der junge Mann aus Mittelbach mit 142 Punkten auf Rang 10 der Gesamtwertung. Dabei bekommt er Verstärkung aus der eigenen Familie. Sein 17-Jähriger Bruder Marcel (26. Platz/5 Punkte) startet im Vorjahresauto in derselben Rennserie.

Er ist Neueinsteiger in der ADAC TCR Germany und macht sich als solcher keine Illusionen. "Für mich ist das ganz klar ein Lernjahr. Ich muss mich erst einmal an das Auto gewöhnen", sagt der 17-Jährige, der derzeit eine Ausbildung zum Automobilkaufmann absolviert. Ohne Begleitung darf er bisher nur auf der Rennstrecke fahren. "Noch einen Monat, dann bin ich 18, dann darf ich das auch im normalen Straßenverkehr", sagt er.

Jetzt hat er erst einmal das Wochenende vor Augen. Beim Heimrennen am Sachsenring im Rahmen der ADAC GT Masters will Marcel Fugel im Feld der 25 Starter eine gute Figur machen. "Freunde und Bekannte erwarten einiges von mir. Unter die ersten Zehn, das wäre perfekt", sagt er.

Sein älterer Bruder will mehr: "Ich würde mich sehr freuen, wenn es auf der Heimstrecke für einen Podestplatz reicht." Auf der Rennstrecke spielen die Familienbande der Brüder natürlich keine Rolle. Da schenken sich die beiden nichts. In der Serie treten die Honda-Piloten gegen Autos der Marken Seat, Opel, Audi, Hyundai, VW und Peugeot an. Dabei fahren die Fugel-Brüder allerdings für unterschiedliche Teams. Dominik Fugel steigt für das Team Honda ADAC Sachsen ins Cockpit, das nach fünf von sieben Rennen auf Platz 2 der Teamwertung rangiert. Marcel dreht am Lenkrad für das Profi-Car Team Halder.

Die Arbeitsplätze der beiden Brüder unterscheiden sich dagegen kaum. "Die Autos sind nicht für Höchstgeschwindigkeiten konstruiert, bringen auf der Geraden maximal 240 km/h. Aber es ist faszinierend, wie spät auf die Bremse gehen musst, wenn du dich durch die Kurven presst", sagt Dominik. In den Autos steckt absolutes Hightech. "Von jeder Lenkbewegung bis zum Ladedruck kann jedes Detail per PC ausgelesen werden", sagt Dominik. Und nicht zu vergessen: "Das Fahren mit so einem Auto macht Spaß."


Infos zur GT Masters

Freitag: ab 11.25 Uhr Training

Sonnabend: ab 9 Uhr Zeittraining der Serien ADAC TCR Germany, Special Tourenwagen Trophy, ADAC GT Masters und Porsche Carrera Cup; ab 12.45 Uhr Rennen in den vier Klassen

Sonntag: ab 9 Uhr Zeittraining ADAC GT Masters und Special Tourenwagen Trophy; ab 11.40 Uhr Rennen in den vier Klassen.

Eintrittspreise: Tageskarten 25 Euro, Wochenendtickets 35 Euro. Für Kinder bis 12 Jahre ist der Eintritt in Begleitung eines zahlenden Erwachsenen frei.

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