Was den Friedhof besonders macht

Die Gedenkwoche zum 150-jährigen Bestehens des "Ortes der Trauer und des Lebens" in Glauchau hat begonnen. Das stößt auf großes Interesse.

Glauchau.

Für Peter Dittmann ist der Glauchauer Friedhof der schönste in ganz Sachsen. Das hat er jedenfalls zur Eröffnung der Gedenkwoche am Samstag gesagt. Den Gottesacker an der Lichtensteiner Straße gibt es seit 150 Jahren. Grund für die Kirchgemeinde Glauchau und die Stadt, dieses Jubiläum mit einer Gedenkwoche zu begehen, die ihren Anfang am Volkstrauertag-Wochenende nahm und am Totensonntag zu Ende gehen wird.

Dittmann hat sich in den vergangenen Monaten intensiv mit der Geschichte des Friedhofes beschäftigt, quasi im Gedenken an Peter Rentsch - der hatte zu Lebzeiten im Jahr 2012 eine Broschüre über die Anlage verfasst, die vom Denkmalverein herausgebracht wurde. In seinem kurzweiligen Vortrag brachte Dittmann den Besuchern die Friedhofsgeschichte in der voll besetzten Kapelle näher. So sprach er davon, dass das erste Begräbnis auf dem Friedhof am 3. Juni 1869 stattfand, zeigte auf, wie Anfang der 19. Jahrhunderts über den Bau einen Krematoriums diskutiert wurde, der schließlich nicht zustande kam, und zeichnete die Entwicklung der Glauchauer Begräbniskultur nach.

Schon der erste Tag des Gedenkwoche stieß auf großes Interesse. Doch was macht die Schönheit des Glauchauer Friedhofes aus, den Pfarrer Matthias Große als "Ort der Trauer und Ort des Lebens" bezeichnete? Da sind zunächst die sanierten Bauten wie die Friedhofskapelle, das Büro- und Sozialgebäude sowie die historische Leichenhalle. "Dass dies alles saniert werden konnte, ist der Zusammenarbeit mit der Stadt Glauchau zu verdanken", sagte Große. Und auch die Mitarbeiter auf dem Friedhof würden mit den Pflegearbeiten viel zur Attraktivität beitragen. Hinzu kommen die Familien-Grabstätten prominenter Glauchauer, die Trauerstätte für tot geborene Kinder und die Ehrenhaine für die Kriegsopfer. Und wer den Friedhof in einer besonderen Atmosphäre erleben will, der kann ihn während der Gedenkwoche zwischen Sonnenuntergang und 20 Uhr illuminiert sehen.

Auf dem Glauchauer Friedhof sind in den 150 Jahren seines Bestehens mehr als dreimal so viele Menschen bestattet worden wie Glauchau derzeit Einwohner hat (22.500), sagte Peter Dittmann. Etwa ein Drittel davon seien Kinder gewesen.

Bei aller Schönheit des Friedhofes, die Stadt werde sich in Zukunft auch den Begräbnisstätten in den Ortsteilen zuwenden, sagte Oberbürgermeister Peter Dresler. Dort seien vor allem die Trauerhallen eine Herausforderung, insbesondere in finanzieller Hinsicht.


Zahlreiche Veranstaltungen

Die Gedenkwoche "150 Jahre Friedhof" ist mit zahlreichen Veranstaltungen gespickt. So wird am Dienstagabend um 19.30 Uhr in die Friedhofskapelle zu einem Vortrag über die Trauerkultur im Wandel unter dem Titel "Tod, wo ist dein Stachel?" eingeladen.

Am Donnerstag gibt es einen Gesprächsabend mit dem Christlichen Hospizdienst "Lebensspur" der Diakonie Westsachsen, der im Georgensaal am Kirchplatz stattfinden wird.

"Alles hat seine Zeit" - Texte und Musik über Abschied, Trauer, Sterben, Tod und Hoffnung sind am Freitag ab 19.30 Uhr im Lutherhaus an der Dorotheenstraße zu erleben. (sto)

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