Wehrdigt feiert sich selbst

In Glauchaus ältesten Stadtteil sind in den letzten 20 Jahren um die 12 Millionen Euro geflossen. Seit zehn Jahren gibt es den Bürgerverein. Beides ist Anlass für mehrere Aktivitäten.

Glauchau.

Kaputte Straße, sanierungsbedürftige Wohnhäuser, leer stehende und heruntergekommene Industriebetriebe, wenig Perspektive für die Bewohner - auf diese Weise präsentierte sich Glauchaus ältester Stadtteil Wehrdigt Ende der 1990er-Jahre. Heute, knapp 20 Jahre später, ist das anders. Ein guter Teil der Straßen und Häuser sind saniert. Die Brachen wurden abgerissen. Dort, wo sie einst standen, befinden sich heute meist Grünflächen. Der Wehrdigt ist zu einem Vorzeigestadtteil geworden. Dort kann man sehen, wohin die Infrastruktur-Fördermittel in Höhe von etwa 12 Millionen Euro geflossen sind. Mit knapp 900.000 Euro wurden private Sanierungsvorhaben unterstützt. Der Erfolg hat sich eingestellt. Das Durchschnittsalter im Stadtteil Wehrdigt liegt bei etwa 42 Jahren, in ganz Glauchau sind es 47 Jahre. "Mit Blick auf die umgesetzten Maßnahmen im Wehrdigt lässt sich konstatieren, dass das Ziel der Entwicklung eines attraktiven Wohnstandortes durchmischt mit nicht störendem Gewerbe in weiten Teilen erreicht wurde", ist im neuen Integrierten Stadtentwicklungskonzept von Glauchau zu lesen.

Seit 20 Jahren gehört der Wehrdigt zum Stadtbaufördergebiet "Soziale Stadt". Und das wollen die Bewohner würdig feiern. Mehr noch, seit Jahren hat der Bürgerverein "Wir im Wehrdigt" das Stadtteilmanagement als Bindeglied zwischen Stadt und Bewohnern inne. Zuvor war dies Sache der Glauchauer Stadtbau und Wohnungsverwaltungsgesellschaft. Geplant ist, am 22. Juni ein Stadtteilfest am Roten Stuhl zu feiern. Stadtteilmanagerin Sabine Resche sagt, dass "sowohl 20 Jahre Fördergebiet als auch zehn Jahre Bürgerverein genug Anlass sind, ein solches Fest zu feiern". Viele Akteure aus der Unterstadt und deren Netzwerkpartner seien dabei, Oberbürgermeister Peter Dresler werde das Stadtteilfest mit einer Ansprache eröffnen und die Entwicklung der letzten 20 Jahre Revue passieren lassen.


An das eine Woche später stattfindende große Stadtfest "Glauchauer Sommerträume" wollten die Organisatoren um den Bürgerverein "Wir im Wehrdigt" nicht andocken - aus gutem Grund, wie Sabine Resche sagt. "Die Aktivitäten im Wehrdigt gehen erfahrungsgemäß zum großen Stadtfest infolge der räumlichen Trennung durch Berge und Treppenstufen etwas unter", sagt sie weiter.

Doch nicht nur zum Stadtteilfest soll an die jüngere Geschichte des Wehrdigts erinnert werden. Die Themen 20 Jahre Sanierung im Wehrdigt und zehn Jahre Bürgerverein stehen laut Resche auch im Mittelpunkt eines Videos, das derzeit Schüler der Wehrdigt-Oberschule gemeinsam mit Reiner Schottstedt von "Pro Video Glauchau" derzeit erarbeiten. Daran werden die Beteiligten auch zum Sommerfest arbeiten. Präsentiert werden soll der Film zum 10. Weihnachtsmarkt im Wehrdigt am 30. November.

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