Wehrdigt: Junge Leute drehen Film

Das Projekt soll die Veränderungen in dem Glauchauer Stadtteil sichtbar machen. Auch die Bewohner kommen zu Wort.

Glauchau.

Sabine Resche kann sich noch gut erinnern: "Früher sahen die Glauchauer eher verächtlich auf den Stadtteil", sagt die Stadtteilmanagerin. Doch inzwischen ist der Wehrdigt, der einst von Industriebauten, viel Schmutz, maroden Straßen und baufälligen Privathäusern geprägt war, nicht mehr wiederzuerkennen. In den vergangenen 20 Jahren flossen 12 Millionen Euro Fördermittel aus dem Städtebauprogramm "Soziale Stadt" in den Stadtteil. 900.000 Euro kamen davon privaten Bauvorhaben zugute. Was aus dem Geld geworden ist, will nun eine Gruppe junger Filmemacher dokumentieren. Der Streifen soll erstmals öffentlich zum Weihnachtsmarkt in der Wehrdigt-Schule am 30. November gezeigt werden.

Ein Projekt, das das Landratsamt finanziell unterstützt und der Stadtteilmanagerin, die selbst im Wehrdigt lebt, am Herzen liegt. "Auch die Bewohner des Stadtteils kommen in dem Film zu Wort", sagt Resche, die Reiner Schottstedt als Projektleiter gewinnen konnte und zudem eng mit dem Integrationsbeauftragten des Kreises zusammenarbeitet. Schottstedt konnte eine Gruppe junger Leute um sich scharen, die sich mindestens einmal in der Woche trifft. Mit Fotoapparat, Videokamera, Licht und Mikrofon spürt die Filmcrew die Veränderungen im Stadtteil auf. "Nach unserem Aufruf haben sich acht Schüler gemeldet. Sie sind voll bei der Sache und haben viele eigene Ideen", freut sich Schottstedt. Schließlich soll am Ende des Vorhabens ein 30-minütiger Film entstehen, der die Vielfalt und Lebendigkeit des Stadtteils widerspiegelt. Neben Interviews mit den Bewohnern und Hauseigentümern, Bildern vor und nach der Sanierung erlebt der Zuschauer den Glauchauer Stadtteil auch aus der Vogelperspektive. Denn Experte Schottstedt bringt ein Drohne zum Einsatz, die ebenso die mit den Jahren gewachsene Attraktivität des Wohnstandortes filmt und auf diese Weise sichtbar macht. "Vielleicht fertigen wir einen Trailer an, der auf das Projekt neugierig macht", so Schottstedt.


Der Bürgerverein "Wir im Wehrdigt", der seit zehn Jahren existiert und als Träger für das Stadtteilmanagement fungiert, "fördert die lebendige Nachbarschaft der Bewohner", sagt Resche. Darüber hinaus stellt der Verein mehrere Veranstaltungen und Treffen auf die Beine. "Die Spielenachmittage und die Treffen der Stricklieseln haben sich längst etabliert", sagt Vereinschefin Jana Weber. Nicht nur das: "Wir organisieren auch gemeinsame Aktivitäten für Jung und Alt, zum Beispiel Kegel- und Bowlingnachmittage", erklärt Weber. Ein Höhepunkt in diesem Jahr sei das "Sommerfest am roten Stuhl" gewesen. Zudem freut sich die Vereinschefin darüber, dass im nächsten Jahr wieder ein Kalender mit Motiven des Stadtteils herausgegeben wird. "Natürlich suchen wir auch neue Mitglieder."


900.000 Euro für Private

Neben den Städtebaufördergeldern von 12 Millionen Euro sind knapp 900.000 Euro für private Sanierungsvorhaben in dem Glauchauer Stadtteil Wehrdigt bereitgestellt worden. Nach Darstellung der Stadtteilmanagerin läuft das Förderprogramm nunmehr Ende des Jahres regulär aus.

Nachdem der Träger mehrmals wechselte und das Stadtteilbüro an die Wilhelmstraße 2 zog, hat es sich dort zu einem festen Anlaufpunkt für die etwa 800 Bewohner des Stadtteils entwickelt. "Viele junge Leute kauften hier Häuser und bauten sie aus", erklärt die Stadtteilmanagerin. So liegt das Durchschnittsalter in Wehrdigt derzeit bei 45 Jahren, in ganz Glauchau bei 48 Jahren. (jwa)

www.glauchau-wehrdigt.de

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