Westtrasse: Wo soll der letzte Bauabschnitt verlaufen?

Für die neue S 289 im Gospersgrün liegen jetzt die Variantenvorschläge auf dem Tisch. Bei der Vorstellung zur Gemeinderatssitzung sorgte der Ortschaftsrat von Beiersdorf für eine Überraschung.

Fraureuth.

Seit dem 20. Juli rollt der Verkehr auf der neuen S 289, auch als Westtrasse bekannt, an Ruppertsgrün vorbei. Damit wurde ein weiterer Abschnitt eines der wichtigsten Straßenbauprojekte fertiggestellt. Jetzt soll auch die letzte Lücke der Westtrasse geschlossen werden. Dabei handelt es sich um den Abschnitt zwischen dem Ende der kürzlich übergebenen Straße und der B 173. Das Vorhaben heißt "Verlegung S 289 Römersgrün".

Doch wo genau soll die Straße verlaufen? Sieben Varianten hat das Landesamt für Straßenbau und Verkehr erarbeitet und stellt diese nun zur Diskussion. Vorerst ist dazu die Meinung der Träger öffentlicher Belange gefragt. Dazu gehören unter anderem die Bahn, Energieversorger und die betroffenen Kommunen. Dazu gehört Fraureuth. Dessen Gemeinderat befasste sich am Dienstagabend ausführlich mit der Thematik. Die öffentliche Zusammenkunft stieß auf großes Interesse der Bürgerschaft, hauptsächlich der Einwohner von Beiersdorf und Römersgrün.

Drei der Variantenvorschläge kommen nach Auffassung der Gemeinde als mögliche Lösungen in Betracht: die Varianten null (Ausbau der vorhandenen S 289), eins (Verlauf parallel zu Bahnstrecke) und sieben (Verlauf zwischen Gospersgrün und Römersgrün). Während der Variante null nur wenige Chancen eingeräumt wurden und sich auch die Variante sieben nach Meinung von Bürgermeister Matthias Topitsch (CDU) als "ungeeignet" erwies, wurde die Variante eins favorisiert und zur Diskussion gestellt.

Doch plötzlich brachte Uwe Neubauer, Ortschaftsratsvorsitzender von Beiersdorf, eine ganz neue Va- riante in Spiel. "Wir haben im Ortschaftsrat am Montagabend zusammengesessen und glauben, die Lösung gefunden zu haben", sagte Neubauer. Er präsentierte den Räten und Gästen eine Mischung aus den Varianten null und eins. Damit konnte er das Gemeindeoberhaupt und die Räte allerdings wenig begeistern. "Wenn wir jetzt einen neuen Vorschlag ins Spiel bringen, verzögert sich das Ganze wieder. Unsere Aufgabe ist es, zu den vom Freistaat erarbeiteten Vorschlägen unsere Stellungnahme abzugeben und keine neuen Vorschläge zu erarbeiten oder zu unterbreiten", sagte Topitsch.

Karl Lange, Ortsvorsteher von Gospersgrün, und Ulrich Ullmann (Freie Wähler) kritisierten, dass man nicht genug Zeit hatte, sich mit den Varianten genug zu befassen. "Wir haben die Unterlagen erst mitten in der Ferienzeit bekommen und sollen nun unsere Meinung dazu abgeben. Das ist zu kurz", sagten beide. Dem hielt Josef Schütz aus der Fraktion der CDU entgegen, dass die Gemeinde für ihre Stellungnahme bis zum 31. Oktober Zeit habe und das ausreichend sei.

Matthias Topitsch machte sich noch einmal für die Variante eins stark. Deren Verlauf: Vom Ende der Ausbaustrecke in Ruppertsgrün verläuft die Straße parallel zur Bahnstrecke und kreuzt nach der Brücke in Römersgrün die Reichenbacher Straße. Kurz danach ist eine neue Brücke über die Bahn geplant. Dann verläuft die neue S 289 einige Meter von der Poststraße entfernt über unbebautes Land und wird im Bereich der Ampel an die Kreuzung Poststraße/B 173 angebunden. Die Forderung der Gemeinde: Die neue Straße möglichst nah an die Bahnstrecke zu verlegen und im Bereich der Querung Reichenbacher Straße eine Anschlussstelle zu schaffen. "Ob das in Form eines Kreisverkehrs oder einer Ampel geschieht, ist erst einmal egal", sagt Topitsch. "Wird der Anschluss nicht geschaffen, haben wir den ganzen Verkehr vom Postfrachtzentrum weiterhin durch Römersgrün. Der Grund: Die Planer haben als einzige Anschlussstelle auf dem neuen Teilstück eine Zufahrt in Höhe der S-Kurve am Abzweig nach Gospersgrün vorgesehen. Eine weitere Forderung der Gemeinde: Als Ausgleichsmaßnahme für den Flächenverbrauch beim Straßenbau soll der Freistaat für der Abriss der alten Tuchfabrik in Beiersdorf aufkommen.

Am Ende der Diskussion machte Topitsch noch einmal deutlich, dass die Gemeinde weder Bauherrin noch Planerin sei, sondern nur ihre Meinung von den möglichen Varianten gefragt wäre. All die von den Trägern öffentlicher Belange eingereichten Vorschläge würden vom Straßenbauamt geprüft und dann in die weitere Planung einfließen. Erst dann erfolge eine konkrete Planung. Ist diese abgeschlossen, würden die Dokumente noch einmal vorgelegt und erneut zur Diskussion gestellt. Wann mit der Umsetzung des Vorhabens begonnen und welcher Zeitraum für den Bau des Römersgrüner Abschnittes veranschlagt wird, ist derzeit noch unklar.

Bewertung des Artikels: Noch keine Bewertungen abgegeben
0Kommentare
Um zu kommentieren, müssen Sie angemeldet und Inhaber eines Abonnements sein.



    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus. An alle Adblocker

    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus.
    Mehr erfahren Sie hier...