Wie begrüßen Sie sich während Corona?

Vieles ist anders geworden: Auch bei den Begrüßungen werden gängige Rituale über den Haufen geworfen. Auf den Handschlag wird verzichtet - dafür sind andere Gesten in.

Hohenstein-Ernstthal/Glauchau.

Händeschütteln und Umarmungen sind derzeit keine Begrüßungsmethoden, die man empfehlen oder praktizieren sollte. Aber wie sollte man sich aktuell begrüßen? Mit Luftkuss, Faust auf Faust oder doch ganz normal wie immer. Die "Freie Presse" hat sich umgehört und nachgefragt, wie Menschen aus unserer Region die Begrüßungszeremonie handhaben.

Max Günther (20), Rennfahrer und Student aus Hohenstein-Ernstthal: "Meiner Freundin Selina gebe ich zur Begrüßung natürlich nach wie vor ein Küsschen. Ansonsten habe ich den obligatorischen Handschlag aber angestellt. Im Freundeskreis begrüßen wir uns mit dem Ellenbogen statt mit der Hand. Ich denke, die Situation ist ernst genug, dass man sich schon an gewisse Regeln halten sollte."

Peter Dresler (65), OB Glauchau: "Für mich ist der Ellenbogengruß das höchste der Gefühle. Aber auch nur mit Leuten, die ich kenne und von denen ich weiß, dass sie gesund sind. In der Stadtverwaltung wird auf die strikte Einhaltung der Hygieneregeln geachtet. So ist für die Mitarbeiter außerhalb der Büros das Tragen der Mund-Nase-Maske selbstverständlich. Und auch im Besucherverkehr geht es ohne die Gesichtsmasken nicht"

Wiebke Glöckner (43), Leiterin Museum und Kunstsammlung Schloss Hinterglauchau: "Ich verzichte derzeit auf das Händeschütteln. Am Anfang der Pandemie hatte ich noch den Impuls, Kollegen oder Gästen bei der Begrüßung die Hand zu geben. Mittlerweile ist es aber zur Gewohnheit geworden, dass ich meinem Gegenüber in gebührendem Abstand freundlich zunicke. Meiner Meinung nach sollte man in Corona-Zeiten auf den Handschlag verzichten."

Andreas Küttner, Stadtrat in Hohenstein-Ernstthal: "Wenn ich als Ortsvorsteher Jubilare besuche und ich die ausgestreckte Hand nicht annehme, dann wirkt das oft schon ziemlich befremdlich. Ich weiß zwar wirklich nicht, ob die Lage wirklich so bedrohlich ist, wie man oft hört, aber ich sage mir: Du hast eine Verantwortung den Leuten gegenüber. Einmal wurde ich mit einem Fußschlag begrüßt. Das fand ich schon etwas merkwürdig. Aber inzwischen hat sich in meinem Umfeld der Gruß mit dem Ellenbogen durchgesetzt." Eric Schöniger (38), CDU-Stadtrat Lichtenstein: "Weitläufige Bekannte begrüße ich mit Faust-auf-Faust. Menschen, die mir nahe stehen, dagegen ich genau so herzlich wie früher, als mit Handschlag oder Umarmung. Also ich glaube, mit etwas mehr Vernunft und etwas weniger Angst durch die Gegend zu gehen, würde uns allen guttun."

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