Wie lange reicht das Trinkwasser noch?

Anderswo werden die Menschen aufgefordert, mit dem kostbaren Nass sparsam zu sein. Doch die Verantwortlichen im hiesigen Zweckverband sagen, man kann aus dem Vollen schöpfen.

Glauchau.

Brunnen versiegen, Bäche trocknen aus, Flüsse führen kaum noch Wasser. Die monatelange Trockenheit hinterlässt ihre Spuren. In einigen Gebieten Sachsen-Anhalts sind die Bewohner sogar schon aufgefordert worden, mit dem Trinkwasser sparsam umzugehen. Kommt das auch auf die Leute in Westsachsen zu?

Elke Reischl ist sich sicher, dass das nicht eintreten wird. "Die Versorgung mit Trinkwasser bleibt auch während der Trockenheit in erforderlicher Menge und Qualität gesichert", sagt die kaufmännische Geschäftsführerin des Regionalen Zweckverbandes Trinkwasser (RZV). Grund sei, dass etwa 70 Prozent des Trinkwassers, das der RZV verkauft, aus den Talsperren kommt, hauptsächlich aus der Talsperre Eibenstock. Und die ist nach Auskunft des sächsischen Umweltministeriums noch zu 90 Prozent gefüllt. Der Wasservorrat liege derzeit bei 58 Millionen Kubikmetern Wasser. Täglich werden 150.000 Kubikmeter Wasser mehr abgegeben als der Talsperre zulaufen.

Auch die Tatsache, dass im Verbreitungsgebiet des RZV der Trinkwasserverbrauch angestiegen ist, lässt die Verantwortlichen nicht unruhig werden. "Im Monat Juni haben die Abnehmer 90.000 Kubikmeter mehr Trinkwasser als normal verbraucht", sagt Elke Reischl. Das seien etwa 15 Prozent. "Den aktuellen Verbrauch können wir genau verfolgen, ebenso die Qualität", sagt Volker Ratz, Hauptabteilungsleiter Produktion im RZV. So habe es während des Motorrad Grand Prix auf dem Sachsenring einen extrem hohen Wasserverbrauch gegeben. Und auch die Tatsache, dass bei den Kleingärtnern und Grundstücksbesitzern die Regentonnen leer sind und viele mit Trinkwasser gießen, führe zu erhöhtem Bedarf. Aber theoretisch könnte der RZV als Wasserversorger eine zweijährige Dürreperiode überstehen, ohne dass die Versorgung beeinträchtigt wird. Bislang rede man von sechs Monaten Trockenheit, im Jahr 2003 habe es mal neun Monate am Stück nicht ausreichend geregnet.

Müsste sich der RZV auf sein eigenes Wasservorkommen stützen, dann könnte es laut Elke Reischl zu ähnlichen Problemen führen, wie sie in Sachsen-Anhalt auftreten. Der Verband verfügt über 17 eigene Brunnen und Quellgebiete. Dort komme es laut Ratz natürlich dazu, dass der Grundwasserspiegel sinkt.


36 Kommunen bilden den RZV

Der Regionale Zweckverband "Lugau-Glauchau" (RZV) ist ein Zusammenschluss von insgesamt 36 Kommunen aus den Regionen Glauchau, Hohenstein-Ernstthal, Stollberg und Burgstädt. Er hat die Aufgabe, die Mitgliedskommunen, in denen insgesamt etwa 220.000 Einwohner leben, stabil und qualitätsgerecht mit Trinkwasser zu versorgen. Im RZV sind nach eigenen Angaben um die 140 Mitarbeiter beschäftigt. Über die Strategie des Zweckverbandes entscheiden die Bürgermeister der Mitgliedskommunen in der Verbandsversammlung. (sto)

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