Wolfgang Amadeus zieht ins Waldenburger Schloss ein

Der Freundeskreis Mozartgesellschaft besteht seit 15 Jahren. Dabei gibt es im Jubiläumsjahr nicht nur musikalische Paukenschläge, sondern etwas ganz Besonderes.

Waldenburg.

Als der Meister sich in Sachsen aufhielt, hat der die Töpferstadt nicht gesehen. Er zog es vor, auf seinem Weg nach Berlin in Dresden und Leipzig Station zu machen. Das war im Jahr 1789. Wolfgang Amadeus Mozarts Zeit als Wunderkind war längst vorbei. Den damals 33-Jährigen drückten Geldsorgen. Da nahm er die Einladung eines Freundes, mit ihm nach Berlin zum preußischen König zu reisen, gern an. Bei Zwischenstopps spielte Mozart vor dem sächsischen Kurfürsten in Dresden und dirigierte ein viel umjubeltes Konzert im Leipziger Gewandhaus.

"Das war der einzige Aufenthalt Mozarts in Sachsen", sagt Steffi Grigo. Sie ist die Chefin des Waldenburger Freundeskreises der Sächsischen Mozartgesellschaft. Unter dem Titel "Mozart in Kursachsen" ist im Waldenburger Schloss eine Ausstellung der Stiftung Mozarteum Salzburg zu sehen. "Unser Freundeskreis wird in diesem Jahr 15 Jahre alt, da haben wir uns gedacht, wir holen die Ausstellung nach Waldenburg", sagt sie. Die Schau wurde im letzten Frühjahr während des Mozartfestes in Chemnitz gezeigt. In diesem Winter war sie in Salzburg, der Geburtsstadt von Mozart, zu sehen. Und dort hat Steffi Grigo die Tafeln abgeholt. Die Tourismus- und Sport GmbH, die im Auftrag des Landkreises das Schloss betreibt, habe sie dabei finanziell unterstützt. So konnten sich Steffi Grigo und ihr Mann diese Woche einen Transporter leihen, früh nach Salzburg fahren, die Ausstellung aufladen und am Abend nach Waldenburg schaffen können.

Mittlerweile ist die Schau aufgebaut. Jeder, der das Schloss besucht, kann sie sich ansehen. Am 14. Mai findet anlässlich des 15-jährigen Bestehens des Freundeskreises ein Konzert mit dem Orchester Amadeus statt. Es wird um 15 Uhr in der St.-Bartholomäus-Kirche beginnen. Anschließend wird dann im Schloss die Ausstellung feierlich eröffnet. Das alles ist Bestandteil des Sächsischen Mozartfestes. "Wir sind sehr froh darüber, die Ausstellung zeigen zu können", sagt Steffi Grigo, denn zum Besuch nach Waldenburg haben sich auch 50 Mozartfreunde aus Holland angesagt. Das seien zum Teil echte Fans, die alles aufsaugen, was mit Mozart zu tun hat.

Die Ausstellung zeigt die vielfältigen Beziehungen zwischen Mitgliedern der Familie Mozart und Sachsen. Ausgehend von Wolfgang Amadé Mozarts Aufenthalt 1789 beleuchtet die Schau die wichtigsten Stationen der sächsischen Mozart-Rezeption. Zu sehen sind die Witwe Mozart und ihr Sohn Franz Xaver Wolfgang bei ihren Konzerten im Leipziger Gewandhaus sowie in Dresden. Darüber hinaus gibt es Informationen zum Aufstieg der Messe- und Buchstadt Leipzig zum publizistischen Mozart-Zentrum von 1800 bis weit ins 19. Jahrhundert.

Bis Ende Mai soll die Ausstellung auf alle Fälle noch zu sehen sein. Denn am 28. Mai gibt es ein weiteres Konzert des Freundeskreises, kündigt Steffi Grigo an. Das hat auch mit Mozarts Tourneetätigkeit zu tun. Das Motto des Abends mit dem tschechischen Nostitz-Quartett lautet "Mozart auf der Reise nach Prag". Das ist zwar nicht Sachsen, aber immerhin.


Weltenbummler erfolgreich

Der Waldenburger Freundeskreis der Sächsischen Mozartgesellschaft organisiert in der Töpferstadt nicht nur Konzerte, sondern leistet mit dem Weltenbummler-Projekt einen Beitrag für Kinder und Jugendliche. Das Projekt, das in diesem Frühjahr als Nachfolger der Jugend-Mozart-Woche zum zweiten Mal stattfand, soll die Kinder an die Kunst im Allgemeinen und klassische Musik im Speziellen heranführen. Dabei sollen sie selbst kreativ werden.

Dieses Jahr hat es dazu insgesamt 18 Veranstaltungen in Waldenburg und Umgebung gegeben. Daran haben etwa 1000 Jungen und Mädchen aus Grund- und Oberschulen sowie aus dem Waldenburger Gymnasium teilgenommen. (sto)

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