Abstraktes kombiniert Farbe mit Raum

Mit einer Ausstellung in der Kunst-Villa setzt die Albrecht-Mugler-Stiftung dem Künstler Günther Hornig ein Denkmal.

Gersdorf.

Die meisten Künstler werden erst nach ihrem Tode berühmt. Für den Dresdner Künstler Günther Hornig, verstorben im September 2016, trifft das offenbar zu. Seit April sind im Dresdner Albertinum zwei Skulpturen aus Hornigs Serie "Türme" zu sehen. Sie stehen im zeitgenössischsten Raum des Museums der Staatlichen Kunstsammlungen. Jetzt setzt ihm auch die Albrecht-Mugler-Stiftung mit einer Ausstellung in der Kunst-Villa in Gersdorf ein Denkmal.

Hornig hätte es verdient, zu Lebzeiten ins Rampenlicht gerückt zu werden. Erst jetzt arbeitet sich sein Schaffen so langsam aus dem Schattendasein des "Geheimtipps" heraus. Er gilt heute als einer der bedeutendsten Vertreter der abstrakten Malerei in Ostdeutschland. Hornig wurde zwei Jahre vor Kriegsbeginn in Bitterfeld geboren. Mit 17 Jahren bekam er eine Lehrstelle als Theatermaler am Landestheater in Halle an der Saale. Nur ein Jahr arbeitete er danach als Bühnenbildassistent am Landestheater in Potsdam und nahm 1957 ein Studium der Malerei und Grafik an der Hochschule für Bildende Kunst (HfBK) in Dresden auf. Damals ahnte er noch nicht, dass er einmal Dekan dieser Bildungsstätte werden würde. Bereits 1963 zog er ins berühmte Künstlerhaus in Dresdner Villenvorort Loschwitz. Bereits während seiner Aspirantur bekam er an derselben einen Lehrauftrag in der Abendschule, wurde Fachlehrer für das Grundlagenstudium Theatermalerei und wechselte 1968 endgültig in den Hochschuldienst. An der HfBK, wo er den Studenten die Grundlagen des Fachbereiches Bühnenbild vermittelte. Er war es auch, der in diesem Zusammenhang die Raumseminare für Studenten einführte. Bis 1993 arbeitete er als Dozent an der Hochschule, wurde 1993 zum Professor für Malerei und Grafik berufen, wurde Mitglied des Deutschen Künstlerbundes und war von 1996 bis 1999 Dekan an der HfBK. Mit Beendigung des Hochschuldienstes im Jahr 2002 arbeitete Hornig bis zu seinem Tode im Jahr 2016 als freischaffender Künstler.

Als Künstler war Günther Hornig immer bestrebt, das Räumliche in die Malerei einfließen zu lassen. Und er liebte grelle Farben. Das war nicht immer so. Am Beginn seiner künstlerischen Entwicklung versuchte er sich schulgemäß an realistischen Motiven, experimentierte aber schon mit der Farbe. Damals dominierten Rot und Schwarz. Später wagten sich seine Werke in den Raum. Die Dresdnerin Angelika Vollenweider schreibt über ihn: "Farbe war für Günther Hornig ebenso Material, das es von bestehenden Bedeutungen und Einordnungen zu befreien galt." Er verarbeitete Materialfragmente, so Metallstifte, Sand, Schnur, Zeitungsreste, Holzstücke. Er gab ihnen Farbe, kombinierte so Bild und Objekt. Die Gegensätze von Aufbau und Zerstörung, Ordnung und Chaos spielen bei ihm immer wieder eine Rolle.

Beeindruckend ist in seinem Schaffen nicht nur die Farbenfreude, sondern auch die Vielfalt seiner Abstraktionen und der angewandten Techniken. Das sind Arbeiten als Collagen in Papier und Mischtechnik ebenso zu finden wie Pappe kombiniert mit Holz, Acryl auf Holz oder Leinwand sowie Aquarell auf Karton - alles in allem oft nur ein Für- und Miteinander von Linien, Farben und Materialien.

Die Vernissage zur Ausstellung findet am Freitag, 18 Uhr in den Räumen der Stiftung, Stollberger Straße 13 in Gersdorf statt.

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