Hitze tötet jeden vierten Jungbaum

Auch in einem Wald nahe Callenberg litt vor allem der Baumnachwuchs. Nun ist auch ein Schädling dabei, sich auszubreiten.

Langenberg/Reichenbach.

Hitze und Dürre fordern seit Wochen ihren Tribut - auch in den Wäldern der Rotenhan'schen Forstverwaltung zwischen Hohenstein-Ernstthal und Langenberg. Zwischen März und April hatte die Privatfirma 15.000 Jungbäume auf ihrem 950 Hektar großen Forstbesitz gepflanzt, wobei es sich um Lärchen und Douglasien handelte. Wegen Hitze und Trockenheit ist ein Viertel bis zu einem Drittel der Neupflanzungen eingegangen, sagt Frank Günther, der für die Pflege der Waldfläche zuständig ist. Dabei habe es laut Aussage des Försters die Douglasien etwas schlimmer erwischt als die Lärchen.

Mit den Pflanzungen habe man dieses Jahr früher als andere Waldbesitzer beginnen können, da die Forstverwaltung die Sturmschäden vom Januar schnell bereinigen konnte, sagt Günther. Zwischen 20.000 und 25.000 Bäume waren dem Orkantief Friederike zum Opfer gefallen. Dass die Aufräumarbeiten schnell erledigt werden konnten, habe laut Franz Freiherr von Rotenhan, Eigentümer der Forstverwaltung, mit guter Organisation und maschineller Ausstattung zu tun. Da unter den Bäumen, die der Sturm gefällt hatte, bereits die nächste Baumgeneration stand, hat die Forstverwaltung weniger Bäume neu gepflanzt, als dem Sturm zum Opfer gefallen waren. "Wir setzen wenn möglich auf die natürliche Verjüngung der Bäume, das ist besser für den Wald", sagt Günther.

Schäden durch die Hitzewelle erlitten vor allem Jungbäume. Die älteren würden unter extremen Bedingungen ihr Wachstum verlangsamen. "Die Jahresringe im Inneren werden wohl deutlich dünner ausfallen als in den Jahren zuvor", sagt von Rotenhan. Um Spätschaden durch die Hitze auszuschließen, wird die Forstverwaltung auf das Pflanzen von 20.000 neuen Weißtannen in diesem Herbst verzichten. Dies solle im Frühling nachgeholt werden. Da die Waldböden einem beträchtlichen Trockenstress ausgesetzt gewesen sind, gerade dort, wo der Sturm im Januar für Kahlflächen gesorgt hatte, sei zu befürchten, dass die jungen Bäume ebenfalls eingehen. Zu der Maßnahme habe die Baumschule geraten, von der die Forstverwaltung ihren Baumnachwuchs bezieht. "Das muss etwas heißen, schließlich haben die großes Interesse daran, ihre Bäume zu verkaufen", sagt von Rotenhan.

Dem Wald droht eine weiterer Gefahr - der Borkenkäfer, eine Plage, die bereits viele andere Forstgebiete in Sachsen schädigt. "Ich habe schon Nester im Wald gefunden, sagt Förster Günther. Es sei daher davon auszugehen, dass der Borkenkäfer sich im Wald der Rotenhan'schen Forstverwaltung weiter ausbreitet. Mit bis zu 500-1000 Metern an Festholzbefall rechnet Günther. "Da wird noch einiges auf uns zukommen dieses Jahr", vermutet er.

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