Naturbad: Debatte um Folgekosten

Lichtenstein plant ein großes Projekt und will zwei Nachbarkommunen mit einbeziehen. Doch da wird es nicht einfach.

Lichtenstein/St. Egidien/Bernsdorf.

Die Bürgermeister von Bernsdorf und St. Egidien haben indirekt eine Beteiligung an den Folgekosten des geplanten Naturbades in Lichtenstein abgelehnt. Die Gemeindechefin von Bernsdorf, Roswitha Müller (FDP), sagte am Montag zur "Freien Presse": "Ich sehe das kritisch. Und wir sind ja auch kein Ortsteil von Lichtenstein."

Die Stadt hat sich mit der Umgestaltung des maroden Stadtbades zu einem Naherholungsgebiet mit Naturbad um Aufnahme in ein Bundesprogramm beworben. Wird das Projekt aufgenommen, könnten 90 Prozent der Kosten von 4 Millionen Euro gefördert werden. Kommt es nicht in das Programm, will es die Stadt nicht weiter verfolgen.

Um das Problem der Betreiberkosten zu lösen, hatte sich Bürgermeister Thomas Nordheim (Freie Wähler) mit den Bürgermeistern von Bernsdorf und St. Egidien in Verbindung gesetzt. Er will das Bauprojekt den Gemeinderäten vorstellen. "Während die Eigenmittel für die Errichtung des Naherholungszentrums sich in den städtischen Haushaltsplanungen bereits abbilden lassen, ist eine langfristige Betriebsführung derzeit wohl nur unter Einbeziehung privater Dritter oder anderer kommunaler Beteiligungen denkbar", heißt es in einem Schreiben von Nordheim.

St. Egidiens Bürgermeister Uwe Redlich drückt sich drastischer aus als seine Amtskollegin aus Bernsdorf. Er teilte seinen Gemeinderäten in einer E-Mail mit: "Das heißt, die Stadt Lichtenstein plant ein 4-Millionen-Euro-Projekt und weiß vorher schon, dass sie die Folgekosten aus eigener Kraft nicht finanzieren und das Naherholungszentrum allein nicht betreiben kann." Zur "Freien Presse" sagte er, es habe aber nichts mit Streit zu tun, wenn sich eine Kommune nicht am Projekt einer anderen beteilige. Bürgermeister Nordheim appelliert, dass das Areal auch für die Einwohner von Bernsdorf und St. Egidien eine gute Erholungsmöglichkeit bieten könnte.

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