Schöne Sauerei: Sparschweine für die jüngsten Gersdorfer

Gersdorf feiert in diesem Jahr "850 Jahre". Jedes Baby, das im Jubiläumsjahr im Ort geboren wird, bekommt ein besonderes Souvenir geschenkt. Hinter der Idee steckt eine lustige Vorgeschichte.

Gersdorf.

Sieben Neugeborene und kein Geschrei? Wo gibt es denn so was? Na, in der Gersdorfer Hessenmühle. Sieben Mütter beziehungsweise Väter mit ihren zufriedenen Babys waren am Donnerstagnachmittag der Einladung in den Vereinsraum der Hessenmühle gefolgt. Auf sie wartete eine Armada bunter Sparschweine. Die kugeligen, bunten Borstentiere mit dem Rüssel im lustigen Steckdosen-Design sind ein Geschenk der Gersdorfer Töpfer an die Neugeborenen im Ort.

Die Idee dazu hatte Reiner Legies, Chef der Töpfergilde in der Hessenmühle. Er ist Töpfer mit Leib und Seele und hat den lustigen Rüsseltieren zum Leben verholfen. "Wir haben so etwas schon einmal in der Feuerwehr gemacht. Da haben alle Mitglieder, die Eltern geworden sind, eine Sparsau als Geschenk bekommen. Wir wollten nun zum Ortsjubiläum auch etwas beitragen. Und mein Vorstand war mit der Idee einverstanden", sagt er. Für die Teilnehmer ein Riesenspaß bei Kaffee und Kuchen. "Schön, dass alle gekommen sind, die wir eingeladen haben", freute sich Bürgermeister Erik Seidel (parteilos).


Seit Donnerstag haben nun Lea, Maja-Heike, Leon, Linnea, Pia, Maya und Senja Terese ihr eigenes Sparschwein - inklusive 50-Cent-Stück Anschubfinanzierung. Jedes Schweinchen trägt ein Hütchen. Auf dem hat Reiner Legies den Vornamen des Kindes verewigt. Dass die Knirpse mit den Sparschweinen noch nichts anzufangen wissen, versteht sich von selbst. Doch ihre Eltern wissen es ganz bestimmt zu würdigen. Denn jedes Souvenir ist ein handgetöpfertes Unikat. "Und mit viel Liebe gefertigt", versichert der kreative Macher.

Die ursprüngliche Idee, ein Sparschwein zu töpfern, hatte Legies vor vielen Jahren. Da sollte er für einen Fleischermeister so ein Rüsseltier anfertigen. "Er wollte aber, dass der Einwurfschlitz so eng ist, dass seine Ehefrau die Münzen nicht mit dem Messertrick wieder herausfischen konnte", erinnert er sich. Das war schwieriger als gedacht. Die ersten Versuche sind damals kläglich gescheitert. "Die sahen eher aus wie Elefanten. Außerdem wurde der Schlitz beim Brennen zu eng." Inzwischen hat Reiner Legies längst Routine. Von ihm bekommen nun alle Kinder, die im Jubiläumsjahr geboren werden, so eine Sparsau. Er hofft, dass es noch viele sein werden. "Es macht mir ja Spaß", sagt der 66-jährige, der schon drei Enkel hat.

Der erste Neu-Gersdorfer war in diesem Jahr ein Mädchen. Den Anfang machten im Januar Annika und Michael Franke. Ihre Maja Heike ist das zweite Kind des jungen Gersdorfer Paares. Ihr Erstgeborener Mailo ist heute schon zweieinhalb Jahre alt. Im vorigen Jahr gab es im Dorf am Hegebach 14 Neugeborene, in diesem Jahr bereits sieben. Auf Maja Heike folgten noch weitere fünf Mädchen und nur ein Junge. Reiner Legies sieht es ganz praktisch: "Der hat mal in seinem Jahrgang eine große Auswahl, wenn er 20 ist."

Jetzt sind Eltern und Verwandtschaft gefordert, um die Schweine zu füllen. Die größten Geldstücke, die durch den Schlitz passen, sind Zwei-Euro-Stücke. "Die Sparsau ist so groß, dass locker 1000 Euro hineinpassen", versichert Legies.

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