20 Voraussagen für 2020

Kaum ist 2019 überstanden, da dräut schon das nächste Jahr mit seinen Herausforderungen heran. Wir wagen einen absolut nicht ganz ernst gemeinten Ausblick.

1) Lichtensteinerin beteiligt sich an Marsmission: Claudia Schmidt, für die Öffentlichkeitsarbeit der Lichtensteiner Miniwelt und des dortigen Minikosmos' verantwortlich, beteiligt sich an einer von insgesamt vier geplanten Mars-Expeditionen. Ihre Live-Bilder werden im Minikosmos gezeigt. Die Expedition findet im Juli/August statt. Denn in dieser Zeit stehen Mars und Erde so günstig zueinander, dass der Flug zum Mars nur zwischen sechs und zehn Monaten dauert - länger hätte Schmidt wegen ihrer zahlreichen ehrenamtlichen Aktivitäten, etwa in der CDU, eh keine Zeit gehabt. (ja)

2) Gewandhaus Zwickau wird mit anderem Stück eröffnet: Der Streit um das Kulturprogramm zur verzögerten Inbetriebnahme des Pannenbaus wird beigelegt. Statt wie ursprünglich angedacht "Lohengrin" inszeniert das Theater-Ensemble nun "Warten auf Godot". Anschließend liest Zwickaus OB Pia Findeiß (SPD) aus dem Alten Testament, Genesis 11, 1 bis 9 - der Turmbau zu Babel. (ael/sf)

3) Lärmproblem am Sachsenring gelöst: Marco Wanderwitz (CDU), Staatssekretär im Bundesministerium des Innern, für Bau und Heimat aus Hohenstein-Ernstthal, erklärt in einem seiner seltenen "Freie Presse"-Interviews, dass er dagegen ist, den Lärm am Sachsenring generell zu limitieren. Damit ist das Problem gelöst. (sf)

4) Flugtaxis ersetzen Straßenbahn: Im Dezember 2019 ist die Tram das vorerst letzte Mal zum Zwickauer Hauptbahnhof gefahren. Wenige Monate später redet niemand mehr darüber, denn die Muldestadt hat die nächste Stufe der Elektromobilität erreicht: Die bisherige Bahntrasse aka Flugschneise wird zum Testgelände für elektrische Flugtaxis. Dorothee Bär (CSU), Staatsministerin für Digitalisierung, hatte sie 2018 ins Gespräch gebracht. Nun kommen Fahrgäste mit den senkrecht startenden Elektro-Flitzern blitzschnell zum Zug. (dha)

5) 365-Euro-Ticket floppt: Zwickau führt das 365-Euro-Jahresticket im Nahverkehr ein. Da kein normaler Mensch am Jahresanfang 365Euro übrig hat - und die, die es sich leisten könnten, damit lieber die steigenden Spritpreise für ihren Stadtpanzer begleichen -, wird das Angebot ein Flop. (sf)

6) Waldschädling macht als Superfood Karriere: Eine Wiesenburger Firma hat aus der Not in den Wäldern eine Tugend gemacht. Sie spezialisiert sich auf die Verarbeitung von Borkenkäfern. Sowohl die Larven als auch die Käfer werden von den Mitarbeitern gesammelt und zu eiweißreichen Borkenkäfer-Burgern ("Borkern") verarbeitet. Die Idee schlägt ein wie ein Herbststurm in der Monokultur. Demnächst will das Start-up sogar in Berlin ein Borker-Restaurant eröffnen. (vim)

7) Stadion bekommt neuen Namen: Die Firma Nintendo will der GGZ die Namensrechte am Stadion Zwickau abkaufen. Das "Schwanennest" soll nach Plänen der Japaner künftig "Pokémon Arena" heißen. Einlassdienst und Security werden mit entsprechenden Kostümen ausgestattet. Den Spielball bringt fortan Pikachu aufs Feld. Ein neues Pokémon nach dem Vorbild von Routinier Ronny König ("Kingkopf") ist in Arbeit. (tc) 8) Waldenburger Museum gibt Preis zurück: Der mit 20.000 Euro dotierte sächsische Museumspreis für das Naturalienkabinett samt Begleitausstellung reicht nicht aus, um das derzeitige Heizungsproblem zu lösen - seit einer Havarie mit Wasserschaden im November ist das Museum geschlossen. Und ein Museumspreis, obwohl das Museum gar nicht besucht werden kann? Favorisierter Rückgabetermin ist der 1.Mai. Da Sachsens Regierungschef Michael Kretschmer (CDU) beim Radlerfrühling im Muldental mittlerweile Stammgast ist, kann er das Geld gleich mitnehmen. (sto)

9) Miniwelt bekommt Rotlichtviertel: Im Jahr nach ihrem 20. Geburtstag setzt die bekannte Miniaturenschau neue Pläne um. In einem abgegrenzten Parkbereich "Miniwelt erwachsen" wird damit begonnen, die Reeperbahn im Maßstab 1:25 nachzubauen. (erki)

10) Energiewende kommt voran: Das kleine Wasserkraftwerk im Grünfelder Park in Waldenburg wird modernisiert und ausgebaut. Um es wirtschaftlich erfolgreich zu betreiben, ist allerdings mehr Wasser(druck) nötig. Deshalb werden ein neuer Damm gebaut und Teile des Grünfelder Parks geflutet. (hpk)

11) Karl May erhält Nobelpreis: Der Ernstthaler Schriftsteller wurde bekanntlich zu Lebzeiten nicht immer nett behandelt, sondern gar als Hochstapler eingesperrt. 2020 erhält er als späte Anerkennung der völkerverbindenden Kraft seines Werkes den Friedensnobelpreis. Mit der Prämie wird der Neubau des Karl-May-Hauses teilfinanziert. (sust)

12) Plusbus setzt sich durch: Nach den Geburtswehen zur Einführung des neuen Nahverkehrsangebotes startet es 2020 durch. Eingesetzt werden nur noch Fahrer, die wissen, wohin sie fahren müssen, und mit einem Gelenkbus auf einem Bierdeckel wenden können. Die Busse fahren alle drei Minuten - damit ist die Fünf-Minuten-Frequenz aus DDR-Zeiten geknackt. Vor jedem zweiten Wohnhaus wird eine Haltestelle eingerichtet. Der Fahrpreis beträgt wie anno dazumal 20Pfennige. Und wie damals kann man an den Selbstbedienungsgeräten auch mit Knöpfen bezahlen. (nkd)

13) Ostwestsachsen wird Wintersportzentrum: Der Hohenstein-Ernstthaler Pfaffenberg hat außer Freilichtbühne und Krokuswiese nicht viel zu bieten. Doch jetzt gibt es eine neue Perspektive. Immerhin bestehen zwischen dem Bahnhof der ostwestsächsischen Stadt und dem Pfaffenberg 132 Meter Höhenunterschied. Der Berg bietet sich also regelrecht an für einen Wintersport-Erlebnispark mit Rodelbahn, Eislauffläche und einer neuen Sprungschanze. (akli)

14) Mitteltrasse vor Weiterbau: Werdau schließt seine Ausfahrt aus dem Kreisverkehr am Ende der Mitteltrasse und lenkt damit die Verkehrslawine nach Zwickau-Marienthal. Damit sollen die Stadträte in der Kreisstadt gezwungen werden, endlich dem Weiterbau der Straße bis zur B 93 und damit zur A 4 zuzustimmen - so wie es ursprünglich eigentlich vorgesehen war. (sf)

15) Kirchberg blüht auf: Die Kirchberger Bürgermeisterwahl hat einen unerwarteten Nebeneffekt. Auf den Wahlkampfflyern von Amtsinhaberin Dorothee Obst (Freie Wähler) waren Blumensamen-Tütchen aufgeklebt. Offensichtlich wurde dabei aber gepfuscht. Der Leim löste sich, bevor die Kirchberger die Flyer aus ihren Briefkästen holen konnten. Die Minitütchen mit den Samen blieben unentdeckt und entwickelten ihr Eigenleben. "Kirchberg blüht", hatte Obst versprochen. Und hält ihr Versprechen schneller als gedacht. (upa)

16) VW hat Plan B: Der Diesel ist am Ende, der E-Auto-Verkauf läuft nur schleppend an: Der Volkswagen-Konzern muss sich ein weiteres Standbein aufbauen. VW-Manager treffen sich im Zwickauer Werk, um über die Zukunft der Mobilität zu sprechen - "diesmal so richtig revolutionär", wird ein Teilnehmer in den Medien zitiert. Dabei stellen die Verantwortlichen fest, dass die einzig vernünftige Art der Fortbewegung das Fahrrad sei ("Plan Bicycle"). Westsachsen soll dabei wie gewohnt eine zentrale Rolle spielen: Geplant ist, dass in Mosel künftig auch Lastenräder gebaut werden. Außerdem entsteht auf der neuen Rennstrecke im benachbarten Niederlungwitz ein Trainingscenter für Lastwagenfahrer, die fit für ihre neue Aufgabe gemacht werden. (heha)

17) Rathaus soll teurer werden: Die mit Gewerbeflächen und -steuern gesegnete Gemeinde Reinsdorf legt bei der geplanten Erweiterung ihres Rathauses noch eine Schippe drauf. Die Kosten für den Bau wachsen von 3 auf 6 Millionen Euro. Da das Vorhaben über das Programm "Vitale Ortskerne" gefördert wird, wird der Rathauskomplex nun noch um ein Freizeitzentrum mit Schwimmhalle ergänzt. Verwaltung und Gemeinderat versprechen sich davon nicht nur mehr Lebendigkeit in der Dorfmitte, sie sehen auch die Anziehungskraft der Kommune wachsen. In diesem Zusammenhang gibt es in Reinsdorf erste Gedankenspiele, das benachbarte Zwickau einzugemeinden. (jwa)

18) Meerane mischt mit: Als Meeranes Bürgermeister Lothar Ungerer (parteilos) von Reinsdorfs Eingemeindungsplänen erfährt, wendet er sich mit einer diplomatischen Note an seinen Amtskollegen Steffen Ludwig (parteilos). Da Meerane mindestens ebenso erfolgreich damit sei, Zwickau lukrative Industrieansiedlungen wegzuschnappen, und zudem eine Stadt ist, fordert Ungerer ein Vorverhandlungsrecht für die Übernahme der Kreisstadt. Daraufhin leitet Ludwig, Kreischef des Sächsischen Städte- und Gemeindetages, ein Verfahren zur Einziehung des Meeraner Stadtrechts ein. (sf)

19) Okay, Boomer: Die Landesausstellung zu 500 Jahren Industriekultur in Sachsen, die unter dem Titel "Boom" Industriezweige wie Bergbau, Maschinenbau, Autobau und Textilindustrie vorstellt, wird um eine Schau zu den Umweltfolgen der sächsischen Industrieprodukte ergänzt. Sie heißt "Bumm". (sf)

20) Autokino wird umgewidmet: Der Klimaschutz-Gedanke greift trotz der Gegenwehr vieler Westsachsen um sich. Das Autokino an der Koberbachtalsperre wird zum Fahrradkino umgewidmet. Probleme gibt es allerdings durch einschlafende Gäste bei sehr langweiligen Filmen, die für Domino-Day-artige Kettenreaktionen auf dem Parkplatz sorgen. (sf)

0Kommentare

Die Diskussion wurde geschlossen.



    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus. An alle Adblocker

    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus.
    Mehr erfahren Sie hier...