Aufregende Zeit an der Strecke

Ehrensache! Engagiert in Westsachsen. Heute: Enrico Petzold ist viel am Sachsenring unterwegs.

Hohenstein-Ernstthal.

Alljährlich nach Saisonschluss auf dem Sachsenring bittet der ADAC Sachsen seine fleißigen Helfer bei den Rennveranstaltungen noch einmal an die Rennstrecke. So auch jetzt wieder, als die sogenannte Dankeschön-Veranstaltung für das Motorsportjahr 2019 auf dem Programm stand. Einer, der bei dieser Gelegenheit in Würde verabschiedet werden sollte, war Enrico Petzold. Allerdings war der scheidende Streckenposten-Abschnittsleiter im Omega in Fahrtrichtung links terminlich verhindert. Genau das ist der springende Punkt, weshalb sich der 50-jährige Hohenstein-Ernstthaler freiwillig selbst auswechselte.

"Seit dem Wiederbeginn auf dem neuen Sachsenring 1996 bin ich ständig dabei - erst als normaler Streckenposten und seit mehr als zehn Jahren als Postenleiter des Abschnitts drei. Ich habe beruflich viel um die Ohren und engagiere mich zudem ehrenamtlich im Alpenverein sowie im Polizeisportverein. Alles miteinander geht einfach nicht mehr, sodass ich mich zum Rücktritt entschlossen habe", erklärt der Hauptkommissar der Kriminalpolizei Zwickau seinen Entschluss. Leicht ist ihm dieser nicht gefallen, denn eigentlich gehören die Rennen auf dem Sachsenring schon von Kindesbeinen an zu seinem Leben-und dabei noch nicht einmal als Zuschauer und Fan.

Angefangen hat Enrico Petzold als Sanitäter des Deutschen Roten Kreuzes. "Das muss Ende der 1970er- oder Anfang der 1980er-Jahre ge- wesen sein. So genau weiß ich das nicht mehr", denkt Petzold an seineAnfänge am Ring zurück. In den zurückliegenden 23 Jahren seit den ersten Rennen im Mai 1996 auf demneuen Sachsenring hat er zwei oder drei der großen Rennveranstaltungen eines jeden Jahres dienst- oder urlaubsbedingt verpasst, wobei er auch dafür in die zeitraubende Vorarbeit eingebunden war. "Wir sind an den Rennwochenenden teilweise von 6.45 bis 19.30 Uhr an der Strecke. Da muss man sich schon damit identifizieren und auchein bisschen verrückt sein", meint Petzold und ergänzt hinsichtlich seines Jobs: "Das ist das eine, doch als einer von acht Abschnittsleitern hat man sich zusätzlich noch die ganze Menge Vorarbeit aufgehalst. Diese nimmt mehr Zeit in Anspruch, als das Rennwochenende selbst. Das beginnt mit den regelmäßigen Schulungen und dem Verlängern der Lizenz meinerseits und setzt sich mit der Organisation und Personalplanung mit unzähligen Telefonaten und E-Mails sowie der Einweisung und Belehrung fort. Dabei ist es heutzutage fast leichter, für meinen Bereich mit vier Postenstellen im Omega in Fahrtrichtung links 32 Streckenposten für den Motorrad Grand Prix zusammenzubekommen, als zwölf für das Autorennen oder die Classic", sagt er. Damit spricht Petzold indirekt das gesellschaftliche Problem an, dass sich immer weniger für eine ehrenamtliche Tätigkeit erwärmen können. Auch dass sein ehemaliger Stamm an Helfern allmählich wegbricht und das Durchschnittsalter, wenngleich nur geschätzt, die 60-Jahre-Marke in-zwischen überschritten hat, lässt Petzold nicht unerwähnt. Seine Nachfolge ist glücklicherweise längst geregelt, doch wenn Not am Mann ist, steht er auch weiter zur Verfügung.

Wie auch immer es kommen mag, an eine Episode wird er sich stets gern zurückerinnern: "Es war der Grand Prix 2010, als es bei uns zu einem heftigen Crash mit drei Fahrern - Aleix Espargaro, Alvaro Bautista und Randy de Puinet, Anm. d. Redaktion - kam und das Rennen abgebrochen werden musste. Wie üblich in solch einem schweren Fall, kam die sogenannte Race Direction an die Unfallstelle. Dabei wurde uns von höchster internationaler Stelle eine sehr kompetente und umsichtige Arbeit bescheinigt und uns dafür sogar gedankt."


Vorverkauf hat begonnen

Der Motorrad Grand Prix auf dem Sachsenring findet 2020 vom 19. bis 21. Juni statt. Mit dem Ticketvorverkauf wurde bereits begonnen. Der Verkauf sei "bei gleichbleibenden Preisen" gut gestartet, sagt Lutz Oeser, Geschäftsführer der Sachsenring Event GmbH.

Die Karten für den GP kosten derzeit zwischen 95 und 168 Euro. Ab 1.Februar, wenn der Frühbucherrabatt endet, erhöhen sich laut Oeser die Preise um zehn Prozent. Tickets können auf der Homepage des ADAC, im ADAC-Tower am Sachsenring oder in allen "Freie Presse"-Shops erworben werden. (akli)

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