Bei Begegnungen mit Menschen lernt Fraureutherin fürs Leben

Eine 18-Jährige gehört zu den Organisatoren der FFF-Bewegung in der Region. Mit dem Abi in der Tasche macht sie sich auf zu einem Selbststudium.

Fraureuth.

Nana Lou Drese ist eine freundliche junge Frau. Fragen zu ihren bloßen Füßen beantwortet die 18-Jährige mit einem Lächeln. "Ist das nicht zu kalt? Haben Sie keine Angst, irgendwo reinzutreten? Ja, das höre ich schon öfter. Doch das stört mich nicht." Barfußlaufen gibt der Fraureutherin ein Gefühl der Freiheit. "Außerdem härtet es ab, und es ist auch gut für die Gelenke. Nur wenn es draußen sehr kalt ist, ziehe ich Schuhe an. Ich habe auch schon welche irgendwo liegenlassen. Es ist mir gar nicht aufgefallen, dass ich ohne losgegangen bin."

Die zierliche junge Frau mit den langen dunklen Haaren ist zweifellos anders als die anderen. Und sie gehört zu denjenigen, die die Fridays-For-Future-Bewegung in der hiesigen Region mit auf den Weg gebracht hat. "Ich habe mich schon als Kind, angeregt durch meine Mutter, sehr für eine alternative Lebensweise interessiert. Ich mache mir Gedanken über meine Ernährung, meine Kleidung. Umweltschutz und Tierschutz sind mir ein großes Bedürfnis." Bei verschiedenen Jugendgruppen wie den Werdauer "Mitbestimmern" findet die Jugendliche Gleichgesinnte. Die meisten Klassenkameraden im Werdauer Gymnasium verstanden Nana Lou Drese und ihre Ideen mitunter nicht so ganz.


Müllsammelaktionen werden organisiert, die Jugendlichen sind bei Demonstrationen in Berlin, Leipzig, Zwickau vorn dabei. Einer, der ihre Ziele und Ansichten teilt, ist der Leubnitzer Jakob Oehler. "Wir haben uns vor rund zwei Jahren beim Zwickauer Jugendbuffet richtig kennengelernt. Vom Sehen kannte ich Nana schon aus dem Gymnasium", sagt der Elftklässler. "Was ich an Nana gut finde ist, dass sie zu vielen Dingen eine eigene Meinung hat und diese auch verteidigt. Und dass sie sehr engagiert ist", sagt der 17-Jährige. "Ich habe sie als aufgeschlossenen, freundlichen Menschen kennengelernt. Nana ist intelligent, vielseitig interessiert. Sie wird ihren Weg gehen", erinnert sich ihr Biologielehrer Michael Kramer an seine Schülerin, die er von Klasse 5 bis 10 und später im Leistungskurs Biologie unterrichtet hat.

Das Abitur hat die Jugendliche jetzt in der Tasche. Doch gleich ein Studium anzuschließen, kommt für die 18-Jährige nicht in Frage. "Ich möchte den Sommer in Deutschland verbringen und im Herbst dann weiter nach Südeuropa reisen. Die Zeit brauche ich für mein persönliches Selbststudium. Wenn ich etwas suche, wird es auf mich zukommen", hat die Jugendliche, die auch die Aktivisten im Hambacher Forst besucht hat, keinerlei Angst davor, was vor ihr liegt. "Ich bin sehr gut vernetzt. Einen Schlafplatz bei Gleichgesinnten bekomme ich überall, da mache ich mir keine Gedanken. Und Hilfe, wenn es denn notwendig ist." Auch ihre Mutter habe keine Bedenken, die Tochter ziehen zu lassen. Was die Zukunft bringt, wird sich finden. "Die wirklich wichtigen Dinge habe ich bei meinen Begegnungen mit Menschen gelernt", ist die junge Frau neugierig auf das, was jetzt vor ihr liegt.

Fridays for Future (FFW), übersetzt "Freitage für die Zukunft", ist eine globale Schüler- und Studierendenbewegung, die sich für Klimaschutz einsetzt. Der Protest findet weltweit statt und wird von den Schülern und Studierenden organisiert. Der Protest von FFW wendet sich gegen das Versagen der politisch Verantwortlichen gegenüber dem menschengemachten Klimawandel, den Treibhausgasemissionen verursachen.

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