Bewegungsbad: Petitionen schlagen Wellen

Der Protest von Eltern hat sich gelohnt. Im nächsten Jahr soll Geld für ein Bauprojekt an der Sonnenbergschule in Werdau bereitstehen.

Werdau.

820.000 Euro werden für die Sanierung des Bewegungsbeckens in der Sonnenbergschule in Werdau benötigt. Die Zahl hat der Landkreis Zwickau als Träger der Förderschule für geistig Behinderte mitgeteilt. Der Finanzbedarf wurde durch das Amt für Zentrales Immobilienmanagement ermittelt. Das Becken ist seit Juni 2017 gesperrt. Der Grund: Es gibt undichte Stellen.

Das Amt für Planung, Schule und Bildung des Landkreises Zwickau hat die Kreisräte schriftlich informiert, dass die benötigten Mittel für die Sanierung des Bewegungsbeckens in den Haushaltsplanentwurf für das Jahr 2020 aufgenommen werden sollen - mit einem Übertragungsvermerk auf die Folgejahre. "Wir sind froh, dass damit eine große Hürde übersprungen ist", sagt Schulleiterin Ute Vorreyer. Sie weiß allerdings nicht, wann die Handwerker anrücken und wann das Bewegungsbecken mit Wasser gefüllt werden kann. Die Fragen müssen dem Landkreis Zwickau gestellt werden. Die Verantwortlichen in der Behörde geben sich wortkarg und lehnen eine Interviewanfrage der "Freien Presse" zu dem Thema ab. Die Begründung: Der aktuelle Arbeitsstand sei in einer Vorlage für die Sitzung des Hauptausschusses zusammengefasst. Die Planungsleistungen könnten erst im nächsten Jahr beauftragt werden. "Erst nach Vorlage der Planungen werden Aussagen zur geplanten Investition, wie bautechnische Details, möglich werden", sagt Landkreis-Sprecherin Ilona Schilk.

Engagierte Eltern wie Susann Weidner, Peggy Meißner-Ramm und Jessica Kruse-Reuner machten in der jüngsten Vergangenheit mit verschiedenen Aktionen auf die Notwendigkeit der Sanierung aufmerksam. Sie starteten zwei Petitionen. Im August 2019 wurden Listen mit 1827 Unterschriften von Unterstützern an den Landkreis übergeben. Im letzten Jahr reichten die Eltern bereits ein ähnliches Protestschreiben ein - mit 1539 Unterschriften. Ute Vorreyer freut sich über die Unterstützung der Eltern. Sie macht deutlich: "Ein Teil der Schüler, deren Eltern sich engagieren, werden bei der Wiedereröffnung des Bewegungsbeckens altersbedingt unsere Schule nicht mehr besuchen." Das Thema bewegt nicht nur die Eltern. Zur Sitzung des Stadtrates verwies ein Bürger auf die Notwendigkeit der Sanierung. Oberbürgermeister Sören Kristensen (Unabhängige Liste) teilte mit, dass es sich um eine Einrichtung und damit um ein Projekt des Landkreises handelt.

62 Mädchen und Jungen besuchen die Sonnenbergschule. Sie absolvieren den Schwimmunterricht vorübergehend im Hallen- und Freibad "Webalu" in Werdau und im Bewegungsbecken der Förderschule in Hirschfeld. Das ist für die Lehrkräfte mit einem großen logistischen Aufwand und für die Schüler mit einer zusätzlichen Belastung verbunden. Trotz der Erfahrungen, die in den letzten 26 Monaten gesammelt wurden, steht in der Mitteilung des Amtes an die Kreisräte: "Unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten wäre eine Sanierung des Bewegungsbeckens nicht zu empfehlen." Die aktuellen Lösungen wären kostengünstiger. Weiter heißt es: "Die Verwaltung schlägt aus pädagogischen, didaktischen und therapeutischen Gründen trotzdem die Sanierung des Bewegungsbeckens vor." Gute Unterrichtsbedingungen würden zur optimalen Förderung der Schüler beitragen.

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