Crimmitschauer erhalten Preis für Flüchtlingshilfe

Egal ob es um Sachspenden, Patenschaften oder Deutschkurse geht: Die Mitglieder des Runden Tisches in der Pleißestadt leisten einen wichtigen Beitrag zur Integration.

Crimmitschau.

Die Arbeit der ehrenamtlichen Helfer des Runden Tisches in Crimmitschau wird mit einer Auszeichnung gewürdigt. Koordinatorin Elke Herrmann kann heute Abend im Plenarsaal des Landtages in Dresden den sächsischen Integrationspreis in Empfang nehmen. Damit ist ein Preisgeld in Höhe von 2000 Euro verbunden.

"In unserer Stadt gibt es ein hervorragendes ehrenamtliches Engagement, zu dem seit rund zwei Jahren auch die Mitglieder des Runden Tisches einen ganz wichtigen Beitrag leisten", sagt Oberbürgermeister Holm Günther (Für Crimmitschau), der zur Preisübergabe mit in die Landeshauptstadt fahren wird. Den Vorschlag, den Runden Tisch auszuzeichnen, hat die Stadtverwaltung eingereicht.

Seit Herbst 2014 unterstützen die Helfer vom Runden Tisch die Integration der Flüchtlinge in Crimmitschau mit vielfältigen Aktivitäten. Dafür haben sich sieben Arbeitsgruppen gebildet. Sie kümmern sich um Deutschunterricht, Freizeit- angebote, Computerkurse, Kreativangebote und Begegnungsnachmittage. Dazu wird auf ehrenamtlicher Basis die Verteilung der Sachspenden organisiert. Zudem wird der Aufbau von Patenschaften zwischen deutschen Familien und Flüchtlingen unterstützt.

Zum festen Stamm, der Aktionen des Runden Tisches unterstützt, gehören zwischen 40 und 50 Personen. "Der Integrationspreis ist ein wichtiges Instrument, um das positive Engagement sichtbar zu machen", sagt Andreas Bayer von der katholischen Kirchgemeinde. Er gehört zu den Mitgliedern des Runden Tisches und kümmert sich vor allem um die Sachspenden. Bayer macht deutlich, dass oftmals nur die Leute, die auf die Straße gehen und lautstark ihren Unmut über die Flüchtlingspolitik zum Ausdruck bringen, von der Öffentlichkeit wahrgenommen werden. "Durch den Preis können auch andere Aktivitäten sichtbar gemacht werden", sagt er.

Obwohl die Zahl der Flüchtlinge, die nach Deutschland kommen, zurückgeht, gibt es für das Helferteam aus Crimmitschau weiterhin viel zu tun. Das Aufgabenfeld hat sich allerdings verschoben. Anfangs mussten vor allem Kleidung und Ausstattungsgegenstände organisiert werden. "Nun geht es vor allem darum, den Flüchtlingen die Zukunfts- optionen aufzuzeigen und passende Wohnungen zu finden. Dazu gehört auch, dass sie lernen müssen, wie unsere Gesellschaft funktioniert", sagt Elke Herrmann.

Die Verantwortlichen des runden Tisches befinden sich auf der Suche nach personeller Verstärkung, damit weitere Patenschaften aufgebaut und Sachspenden angenommen werden können. Der letztgenannte Punkt ist dabei ganz wichtig für die Kommunikation mit der Bevölkerung in Crimmitschau. "Wenn wir Spenden abholen, kommen wir mit Leuten ins Gespräch und können Barrieren abbauen", sagt Andreas Bayer. Dabei werden weiterhin Möbel, Bettwäsche, Handtücher und Haushaltsausstattung benötigt. Zudem besteht Bedarf an Fahrrädern für Kinder und Erwachsene. "Vielleicht lässt sich auch in Crimmitschau eine Werkstatt aufbauen, in der es Tipps zur Reparatur der Fahrräder gibt", sagt Elke Herrmann.


Helfer sind willkommen

Die nächste Beratung des Runden Tisches findet am 9. Januar im Ratssaal in Crimmitschau statt. Beginn ist 18 Uhr. Wer die Arbeit der Helfer unterstützen möchte, kann zur Beratung vorbeischauen.

Sachspenden sollen ausschließlich per E-Mail angeboten werden. Die Helfer vom Runden Tisch nehmen dann Kontakt auf.

Bayer.A@t-online.de

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