Dem guten Saftgeschmack auf der Spur

Beim Tag der offenen Tür in der Fruchtsaftkelterei Mehlhorn durften sich am Samstag die Besucher selbst ein Bild von der Herstellung machen.

Langenbernsdorf.

Fruchtsaft ist nicht gleich Fruchtsaft. Davon konnten sich die Besucher des dritten Tages der offenen Tür in der Fruchtsaftkelterei Mehlhorn in Langenbernsdorf am Sonnabend selbst überzeugen. "Wir wollen den Leuten unter anderem zeigen, dass sie bei uns wirklich den Saft aus den Äpfeln und Beeren bekommen und nicht irgendetwas zusammen gepanscht wird", sagte Dorette Hieronimus, der gemeinsam mit Andreas Mehlhorn die Geschäftsführung des Betriebes obliegt. Sie verrät gleich noch das Geheimnis des guten Geschmacks. Einerseits die handwerkliche Kunst und die Begeisterung für die Arbeit. Auf der anderen Seite natürlich die Zutaten. "Wir sind in der Region in der glücklichen Lage, dass viele unserer Kunden in einer großen Vielfalt noch richtige alte Apfelsorten zu uns bringen. Bei denen stimmt einfach das Säure-Zucker-Verhältnis. Das alles bringt den richtigen Biss in den Apfelsaft."

Hinzu kommt ein hoher Qualitätsanspruch. Der drückt sich auch darin aus, dass die Äpfel noch von Hand verlesen werden, bevor sie in die Weiterverarbeitung gelangen. Faules Obst wird konsequent aussortiert. Obwohl jetzt gerade Hochsaison der Apfelsaftproduktion ist, bietet das familiengeführte Unternehmen mehr als 30 weitere Säfte an. "Apfelsaft bleibt zwar der Klassiker. Aber seit gut zehn Jahren ist auch Quitte stark im Kommen", so Dorette Hieronimus. Was nach dem Saftpressen an Rückständen übrig bleibt, wandert nicht auf den Kompost. Die Reste holen sich Landwirte und Jäger als Tierfutter ab.

Firmengründer Rudi Mehlhorn (1906 bis 1991) war gelernter Tischler. Allerdings gab es in den 1930er- Jahren im Ort schon genügen Vertreter seines Berufsstandes, was ihn dazu bewog, nebenbei eine kleine Mosterei zu betreiben. Gearbeitet wurde anfänglich in der elterlichen Waschküche. Jeder Kunde bekam genau den Saft aus den mitgebrachten Äpfeln, Flaschen mussten selbst zur Verfügung gestellt werden. Mit der Zeit nahmen die Aufträge deutlich zu, und Rudi Mehlhorn zog mit seiner Kelterei in eine Scheune um, deren Gebäudekern bis heute erhalten geblieben ist. Mit Ausbruch des Krieges folgten schwere Zeiten. Rudi Mehlhorn wurde einberufen, seine Ehefrau Else führte die Kelterei allein weiter. Die Produktion musste stark zurückgefahren werden. Mit dem Pressen von Zuckerrüben und der Herstellung von Sirup hielt sich das kleine Unternehmen über Wasser. Erst als Rudi Mehlhorn 1946 aus der Gefangenschaft heimkehrte, konnte die Saftherstellung langsam wieder im klassischen Stil der Lohnkelterei aufgenommen werden.

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