Der Natur auf der Spur

Kinderreporter aus der Grundschule Leubnitz waren mit dem Revierförster unterwegs. Dabei interessierte sie besonders der Klimawandel und seine Auswirkungen.

Werdau.

Die Natur braucht keine Menschen, um zu überleben. Wohl aber brauchen die Menschen die Natur. Überall wird vom Klimawandel gesprochen. Ist er auch schon bei uns angekommen, und kann man ihn aufhalten? Diese Fragen beschäftigten vier Kinderreporterinnen vom "Schlaumeier", der Schülerzeitung an der Grundschule Leubnitz. Sie statteten dazu Revierförster Stephan Stange einen Besuch im Werdauer Wald ab.

Der gebürtige Rodewischer ist erst seit einem Jahr Revierförster in Leubnitz-Forst. Stange verglich sein Revier mit der Größe von etwa 2000 Fußballfeldern. Aber es ist bedroht. Außergewöhnlich hohe Temperaturen in den letzten beiden Jahren, Niederschlagsdefizite und Sturmschäden halfen dem Borkenkäfer, sich im ganzen Land ausreichend zu vermehren. Dabei sind es vorwiegend Fichten, die der gefährliche Schädling befällt.

Samantha Günther wollte wissen, ob der Klimawandel in der Region angekommen ist. Dazu sagte Stephan Stange: "Er ist spürbar. Aber wirklich festlegen kann man sich nicht. Ob das Extremwetter der letzten zwei Jahre am Klimawandel lag, ist noch nicht bewiesen." Klar sei aber, dass aus diesem Grund die Anzahl der Borkenkäfer extrem gestiegen ist. "Sie befallen unsere Bäume und können bei milden Temperaturen unter der Rinde überwintern. Ihr enormes Vermehrungspotenzial stellt deshalb eine große Gefahr für unseren Wald dar." Gesunde Bäume sind in der Lage, durch Harz einen Befall selbst abzuwehren. Aber durch die Trockenheit oder andere Natureinflüsse sind sie so geschwächt, dass die Borkenkäfer leichtes Spiel haben. Charlotte Brauer fragte nach: "Kann man den Klimawandel aufhalten?""Aufhalten kann man ihn nicht. Aber jeder einzelne Mensch kann bewusster im Einklang mit der Natur leben. Unser Wald wird heutzutage nachhaltiger genutzt als in der Vergangenheit. Das heißt, es werden weniger Bäume abgeholzt als nachwachsen."

Zwei Beispiele für Umweltverschmutzung fanden die Viertklässler im Wald: achtlos weggeworfene Plastiktüten und ausgedrückte Zigarettenfilter. "Sie gehören in die Mülltonne und nicht auf den Waldboden", sagte der Revierförster. Müll, so der Experte, gefährdet Flora und Fauna. "Welche Tiere sind in unseren heimischen Wäldern bedroht?" interessierte Magda Lenk. Stange: "Die Kreuzotter wird immer seltener. Sie ist sehr empfindlich und könnte unter der Klimaveränderung Schaden nehmen. Auch die Insekten sind abhängig von stabilen Temperaturen."

Drei Stunden führte Stephan Stange die Reporter durch den Wald. "Leichte Antworten gibt es in der Natur nicht, denn das Ökosystem Wald ist komplex", sagte Stephan Stange zum Abschluss der Tour.

Bewertung des Artikels: Noch keine Bewertungen abgegeben
0Kommentare

Die Diskussion wurde geschlossen.



    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus. An alle Adblocker

    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus.
    Mehr erfahren Sie hier...