Deutschland-Studie: Landkreis ist in Sachsen Vorletzter

Bei einem bundesweiten Vergleich zur Lebensqualität schneidet die Zwickauer Region mäßig ab. Woran liegt das?

Zwickau/Glauchau.

Wo lebt es sich in Deutschland am besten? Dazu hat das Wirtschaftsforschungsinstitut Prognos im Auftrag des Fernsehsenders ZDF Daten zu den Bereichen Arbeit und Wohnen, Gesundheit und Sicherheit sowie Freizeit und Natur analysiert - für alle Landkreise und kreisfreien Städte der Republik. Die Ergebnisse sind Anfang dieser Woche veröffentlicht worden.

Der Landkreis Zwickau landete von 401 Kreisen und Städten auf Gesamtrang 215. Im Sachsenvergleich nimmt Zwickau als Vorletzter Platz 12 von 13 ein. Nur Nordsachsen schneidet schlechter ab. Die Rangliste ergibt sich aus der Gesamtzahl der Punkte, die für die einzelnen Bereiche vergeben wurden. Die Aussagekraft der Gesamtplatzierung ist jedoch begrenzt. Viele Kreise und Städte liegen eng beieinander. Die Stadt Leipzig hat zehn Zähler mehr als Zwickau und liegt im Sachsenvergleich sieben Plätze weiter vorn. Nordsachsen mit dem gleichen Punkteabstand nach unten steht aber nur einen Rang hinter Zwickau. Große Unterschiede gibt es bei den Details. Arbeit und Wohnen: Der Landkreis liegt hier bundesweit auf Platz 266 und schneidet bei einigen Kriterien verhältnismäßig schlecht ab, so bei der Quote der Schulabbrecher (Platz 363), der Kaufkraft (337) und den Arbeitsstunden pro Erwerbstätigem (348). Positiv: die hohe Frauen-Beschäftigung (19) und die Schülerzahl pro Lehrkraft (53). Gesundheit und Sicherheit: In diesem Bereich schneidet Zwickau am besten ab und steht bundesweit auf Rang 139. Bei den Abfallaufkommen in Haushalten schaffte es der Landkreis sogar auf Rang 10. Auch beim Indikator Altersarmut, der die Grundsicherungsquote bei Einwohnern ab 65 Jahre misst, steht Zwickau mit Platz 13 im Bundes- vergleich gut da. Negativ: ein hoher Anteil von Übergewichtigen (343) und Pflegebedürftigen (314) sowie die Feinstaubwerte (334).

Freizeit und Natur: In dieser Kategorie punktet der Landkreis vor allem mit der Ganztagsbetreuungsquote im Kindergartenalter (36) und bei Kleinkindern (52). Aufholbedarf herrscht besonders bei Übernachtungen im Fremdenverkehr (359) und der Bar- und Restaurantdichte (356). Auch Kriterien wie die Sonnenstunden pro Jahr, Kulturveranstaltungen, Vereinsdichte und der Anteil von Erholungsflächen wurden mit berücksichtigt.

Platz eins im Bundesranking belegt die Stadt München vor Heidelberg und Starnberg. Schlusslicht ist Gelsenkirchen. Laut Torsten Spranger, Geschäftsführer der Industrie- und Handelskammer Zwickau, will sich die Zwickau AG mit der Studie befassen. "Interessant ist, dass Regionen gut abschneiden, die mit Bevölkerungsrückgang zu kämpfen haben, und teilweise Städte mit Bevölkerungswachstum weiter hinten landeten", so Spranger. "Tatsächliche Entwicklung und Wahrnehmung scheinen sich nicht immer zu decken." Leider habe der Landkreis Zwickau mit der Studie aber keine positiven Imagepunkte gewonnen.

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