Ein Gartenteich aus zarten Spitzen

Wie vielfältig die Handarbeit Klöppeln sein kann, haben Werdauer Frauen am Wochenende in einer Schau gezeigt.

Werdau.

Mehr als zufrieden, so lautete das Fazit der Klöppelfrauen um Leiterin Karin Heinig über die Resonanz auf ihre Ausstellung. Am Wochenende präsentierten die rund 20Mitglieder der Gruppe im Haus der Volkssolidarität in Werdau einen Querschnitt ihrer Arbeiten. Und dabei spielten auch simple Verpackungen eine Rolle. "Ist es nicht erstaunlich, was man aus alten Netzen machen kann", sagte Inge Ressel und wies auf einen farbenfrohen Blütenstrauß. Das Material dafür kommt aus den Fäden der Netze, in denen Zwiebeln, Kartoffeln, Orangen oder Zitronen verpackt sind.

"Gelb und orange sind häufig. Schwerer zu bekommen ist der Faden in Lila. Manchmal ist Knoblauch in solche Netzen eingepackt", erklärte Lore Strauß schmunzelnd. Ihre Arbeiten für die Ausstellung waren unter anderem Vögel und Katzen. "Ich klöpple schon seit Jahrzehnten. Dabei fällt uns immer etwas Neues ein. Wir tauschen uns über die Trends aus. Die Handarbeit kommt auch sehr modern daher", sagte die Werdauerin, die das Klöppelschwingen einst in der Volkshochschule erlernte.

Die Ausstellung am Wochenende war die erste seit vier Jahren. Für ihre Gestaltung ließen sich die Frauen von der Natur inspirieren. Herausgekommen war erstaunlich Schönes: ein Wald mit Eichhörnchen und Pilzen, ein Teich mit Fröschen, ein Aquarium mit Fischen, Obstkörbe, Blumen, Blätter aus zarten Spitzen. "Die Besucher haben sich durchweg positiv geäußert", freute sich Karin Heinig. Alle zwei Wochen kommen die Frauen im oberen Stock des Hauses zusammen, um zu klöppeln. Durch eine Notiz in der "Freien Presse" hat die Gruppe sechs Interessierte dazugewonnen. "Mehr dürfen es jetzt fast nicht mehr sein, sonst reicht der Platz nicht", sagte Gudrun Goßler, die die Gruppe 25 Jahre leitete. Zu den Zusammenkünften klöppelt die 77-Jährige zwar nicht mehr selbst, aber steht den anderen mit Rat und Tat zur Seite. Nur ein Problem haben die Frauen: Ihre Klöppelständer und -säcke müssen sie jedes Mal mit heimnehmen. In der Villa gibt es keinen geeigneten Raum, um die Sachen zu verstauen.

Der nächste Treff der Klöppelgruppe ist am 5. November von 16 bis 18 Uhr im Haus der Volkssolidarität, Untere Holzstraße 4 in Werdau.

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