Ein Wanderweg mit Tiefgang

Das Brückenfest und das Pleißelaufen brachten wieder zahlreiche Langenhessener zusammen. Organisiert wurde das Ganze vom Dorfclub.

Langenhessen.

An der Nordsee läuft man seit Hunderten Jahren durch das Watt, in Langenhessen seit gut zehn Jahren durch die Pleiße. Und zwar entgegen der Strömung von der Fußgängerbrücke am unteren Anger bis hinauf zur Leitholdsbrücke - Schauplatz des Brückenfestes. "Wir laden als Dorfclub zwar dazu ein, allerdings macht jeder auf eigene Verantwortung mit. Von unserer Seite wird im Vorfeld darauf hingewiesen, dass die Teilnehmer unbedingt festes Schuhwerk tragen sollten. Das ist erforderlich, um möglichen Verletzungen durch Glasscherben oder spitze und scharfkantige Steine vorzubeugen", sagte René Riemer, Vorsitzender des Dorfclubs.

Er freute sich sichtlich, dass sich am Sonntag rund 40 Pleißeläufer auf den nassen Weg machten. Darunter auch Holger Seidel. "Früher habe ich immer nur zugeschaut. Seit zwei Jahren laufe ich selbst mit. Unser Kind hat mich dazu überredet. Heute war es zu Beginn etwas unangenehm, denn die Pleiße war unerwartet kalt. Aber nach ein paar Metern ging es dann", sagte er. Der Pegel des Flusses zeigte am Sonntag im nahen Neukirchen 20 Zentimeter an. Das ist aber eben auch nur ein punktueller Messwert. Genau das bekam so mancher Pleißeläufer am eigenen Leib zu spüren. René Riemer: "An einigen Stellen reichte mir das Wasser gleich mal bis zum Oberschenkel. Das ist bei so einem Fließgewässer aber nicht ungewöhnlich. Das eigentliche Problem ist, dass man durch die spiegelnde Wasseroberfläche solche kleinen Un- tiefen während des Laufens nicht erkennt und sie erst mitbekommt, wenn man drinsteht." Zum Glück sei das aber alles nicht so dramatisch gewesen, und die Leute hätten solche "Tiefgänge" mit Humor getragen.


Um den Teilnehmern des Pleißelaufes das Ganze zusätzlich ein wenige zu versüßen, gab es auf halber Strecke die erste Belohnung in Form eines Eises. Allerdings ließen sich etliche Wasserwanderer mit dem Verputzen bis ans Ziel an der Leitholdsbrücke Zeit. Dort wurde ihr Eintreffen bereits von einer Schar Schaulustiger erwartet, die zum Brückenfest gekommen waren. Die Verköstigung der Gäste lag in den bereits bewährten Händen der Mitglieder des Dorfclubs. Wie verschworen diese Gemeinschaft ist, zeigte sich am Beispiel von Günter Eismann, der 63 Jahre alt ist. "Ich bin gebürtiger Langenhessener, wohne aber schon viele Jahre in Schwarzenberg. Wenn eine Veranstaltung des Dorfclubs ansteht, versuche ich mit dabei zu sein und zu helfen", sagte er. Am Pleißelaufen hat er sich allerdings noch nie beteiligt. "Nee, das muss nicht unbedingt sein. Außerdem kenne ich den Bach noch aus der Zeit, als er regelrecht schwarz war."

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