Eine Reise, die das ganze Leben verändert hat

Neun Monate ist ein junger Werdauer an exotischen Orten in der Welt unterwegs. Seine Erlebnisse hat er jetzt in einem Buch zusammen- gefasst.

Werdau.

Die Reise zu sich selbst begann für Marcel Roith im Juni 2016. "Ich hatte am Beruflichen Schulzentrum in Werdau ein gutes Abitur gemacht. Ich hatte schon lange eine Freundin. Ich wollte etwas mit Wirtschaft studieren. Alles war irgendwie festgefahren. Und ich fragte mich: War es das jetzt? Wo ist das Abenteuer in deinem Leben?" Ein Auslandsjahr vor dem Studium sei immer sein Traum gewesen, erzählt der Werdauer. "Aber irgendwie hatte ich Angst davor."

Auf einer Abi-Party lernte er den Zwickauer Philipp kennen, der für ein Jahr nach Australien zum Arbeiten und Reisen wollte. "Und da fasste ich den Entschluss mitzugehen." Auf seiner eigenen Abiturfeier sprang Marcel Roith dann über seinen Schatten. "Ich ging tatsächlich hinauf auf die Bühne und erzählte allen von meiner Entscheidung, für ein Jahr nach Australien zu gehen. Meine Eltern und Großeltern waren baff. Ich aber hatte auf einmal so viel Energie in mir." Der damals 19-Jährige macht Nägel mit Köpfen. Innerhalb weniger Wochen stehen die Reisepläne fest. Von seiner Freundin trennt sich der Werdauer. Er fühlte sich erleichtert und vogelfrei.

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Die erste Station seines Trips ist Melbourne in Australien. Unter anderem arbeitet der junge Mann später an der Goldküste für einen Umzugsunternehmer. Denn das Geld für sein Abenteuer bekam er nicht von den Eltern. "Ich habe gearbeitet und auch mein Erspartes mitgenommen." Aus einem Jahr nur Australien wird nichts. Die Wege von ihm und Philipp trennen sich. Er lernt einen Spanier kennen. Diego ist Anfang 30 und Kosmopolit. Er überredet Marcel, sich doch noch mehr von der Welt anzusehen. Und der tut es. Fliegt allein nach Neuseeland, von dort ins Tropen- paradies auf Fidschi. "Dann wollte ich mal raus aus meiner Komfort- zone." Der Werdauer wohnt im Inselstaat Vanuatu bei den Einheimischen in offenen Hütten, unter einfachsten Verhältnissen. "Sie waren alle sehr herzlich. Verständigt haben wir uns mit Händen und Füßen." Weiter führt ihn seine Lebensreise nach Neukaledonien, Malaysia, Kambodscha, Thailand. Und das alles innerhalb von nur neun Monaten. "Angst hatte ich eigentlich nie. Und es gab auch keinen Grund dafür." Allerdings erwischte ihn in Neukaledonien ein Tropenfieber. Im Juni 2017 beendete Marcel Roith seinen Trip, hatte erst einmal genug von der Welt gesehen.

"Unterwegs machte ich mir keinerlei Notizen. Doch ich wollte, dass meine Familie und meine Freunde nachvollziehen konnten, was ich in dieser eigentlich recht kurzen Zeit alles erlebt und gesehen habe." Schon in der Schule schrieb Marcel Roith gern Aufsätze. Die Arbeit am PC ging ihm gut von der Hand. "Ich habe drei Monate lang bis zu sieben Stunden jeden Tag meine Erlebnisse aufgeschrieben. So habe ich die Zeit sinnvoll genutzt, bis mein Studium in Leipzig begann."

Aus seinen Reiseabenteuern hat der weltoffene Werdauer ein Buch gemacht. Leicht und locker, mit Augenzwinkern, Humor und einer guten Portion Selbstironie beschreibt er seine Tour. "Ich habe auch viele meiner Empfindungen einfließen lassen. Geschildert, was ich gelernt habe, wie es mir ging." 200 Bücher hat der heute 22-Jährige über Instagram verschickt. "Den Leuten gefällt, was ich geschrieben habe." Jetzt kann man sein Buch auch bei Amazon bestellen. "Eine Lektorin hat es noch einmal gelesen. Nun ist es so, wie ich es wollte", sagt Marcel Roith, der sich jetzt wieder voll auf sein Studium Internationales Management konzentriert. Seine Botschaft an die Leser: "Man sollte unbedingt reisen. Nichts verändert einen so, wie Erfahrungen mit fremden Kulturen. Ich bin heute ein anderer, viel selbstbewusster, offener."

Für den jungen Werdauer waren die neun Monate die bisher aufregendsten seines Lebens. Neun Länder, neun Monate, drei Jobs, 17 Flüge, 58 verschiedene Schlafplätze und Hunderte Erinnerungen. An denen er nun gern viele Menschen teilhaben lassen möchte.

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