Feuer im Fischzuchtbetrieb: Chef bangt um Tausende Tiere

Die Feuerwehr hat einen Brand gelöscht und eine Notstromversorgung hergestellt. Dadurch erhielten die Fische schnell wieder Sauerstoff.

Steinpleis.

Peter Günnel sieht müde aus. Der 45-jährige Inhaber eines Zierfischzuchtbetriebes im Werdauer Ortsteil Steinpleis konnte in der Nacht vom Montag zum Dienstag kein Auge zumachen. Der Grund: In seinem Wohn- und Geschäftshaus hat ein Feuer die Stromversorgung lahmgelegt. Dadurch war auch die Sauerstoffversorgung für die Behälter, in denen sich zwischen 200.000 und 300.000 Zierfische befinden, kurzzeitig unterbrochen. Am Dienstagmittag konnte der Firmenchef vorsichtig Entwarnung geben. "Bisher gibt es keine Auffälligkeiten und Verluste bei den Zierfischen. Wir hoffen, dass es trotz der starken Rauchentwicklung im Gebäude keine Spätschäden gibt", sagte Peter Günnel. Der Chef des Fischzuchtbetriebes beantwortete geduldig die Fragen der Reporter, wollte aber mit seinen deutlich sichtbaren Augenringen nicht vor die Kameras treten.

Durch das Hupkonzert eines aufmerksamen Autofahrers, der durch Steinpleis fuhr und die Rauchentwicklung sah, wurde Peter Günnel am Montagabend gegen 18.50 Uhr auf die Katastrophe im Wohn- und Geschäftshaus am Steinwiesenweg aufmerksam gemacht. Der Firmenchef befand sich zu dem Zeitpunkt in einem Nachbargebäude. "Als ich das Hupen gehört habe und nach draußen kam, stieg schon der Rauch aus der Garage auf", erinnerte sich Peter Günnel. Danach ging es ganz schnell: Ein Bewohner, der sich im Obergeschoss befand, wurde evakuiert und der Notruf gewählt. Trotz einer Eimerkette, die von Nachbarn gebildet wurde, breiteten sich die Flammen weiter aus.

Die Ortsfeuerwehren aus Werdau, Leubnitz und Steinpleis rückten mit 31 Einsatzkräften an. Den Floriansjüngern machte vor allem die starke Rauchentwicklung zu schaffen. Sie wurde durch Styroporbehälter, in denen die Zierfische an Händler verschickt werden, verursacht. "Wir konnten auf Wasser aus einem Hydrant zurückgreifen und hatten das Feuer nach rund einer Viertelstunde unter Kontrolle", sagte Einsatzleiter Jens Hübler von der Ortsfeuerwehr Werdau. Danach begann eine besondere Herausforderung: Die Helfer mussten schnell die Stromversorgung wieder aufbauen - erst durch ein Notstromaggregat der Feuerwehr und später mit Unterstützung eines herbeigerufenen Elektrikers.

"Ohne die schnelle Hilfe der Feuerwehr hätte die ganze Sache für die Fische viel schlimmer ausgehen können", sagte Peter Günnel, der sich auch noch beim Autofahrer für seinen Hinweis und den Feuerwehrleuten für ihre Hilfe bedanken will. Die Brandursache ist laut Polizei bisher noch unklar. Der Sachschaden wurde auf mehrere Zehntausend Euro geschätzt.

Das Unternehmen von Peter Günnel gehört zu den größten Fischzuchtbetrieben in Deutschland, heißt es auf der Website der Firma. Der Inhaber und seine vier Mitarbeiter spezialisierten sich auf die Zucht von Neonsalmlern und roten Neonsalmlern. Die 3,5 bis 4 Zentimeter langen Tiere gehören nach Goldfischen und Guppys zu den bekanntesten Süßwasserfischen. Die Schwärme werden in Steinpleis in Behältern, in denen sich rund 200.000 Liter Wasser befinden, aufgezogen. Der Fischzuchtbetrieb hat mittlerweile eine mehr als 50-jährige Tradition. Er wurde 1967 als private Züchterei gegründet und gehörte ab 1978 zu einer Genossenschaft. Peter Günnel hat 2007 die Verantwortung für den Fischzuchtbetrieb von seinem Vater übernommen. Die Tiere werden an den zoologischen Groß- und Einzelhandel verschickt. "Nachdem die Brandursachenermittler gegen 4 Uhr mit ihrer Arbeit fertig waren, haben wir in der Nacht noch eine wichtige Lieferung für den Versand zusammengestellt", sagt der Firmenchef.

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