Handwerker retten historischen Nordflügel

Kurz vor dem Einstürzen war das unter Denkmalschutz stehende Gebäude der Gräfenmühle. Jetzt gibt es Hoffnung, auch auf eine neue Nutzung.

Neukirchen.

Holzspäne fliegen, die Kreissäge frisst sich in die Balken, das frisch geschnittene Holz duftet. Jetzt sehen auch Vorübergehende, wie die uralte Scheune auf dem Gelände der Gräfenmühle in Neukirchen auf Vordermann gebracht wird. "Wir möchten bis zum Mühlentag am Pfingstmontag mit diesem Bauabschnitt fertig sein, ein sehr sportliches Ziel", sagt René Albani, Geschäftsführer des Landschaftspflegeverbandes Westsachsen. In der Mühle arbeitet die Kreisnaturschutzstation des Landkreises Zwickau. Es werden zahlreiche Veranstaltungen für die Öffentlichkeit angeboten und verschiedene Projekte für den Erhalt von Schutzgebieten und Biotopen in der hiesigen Region betreut. Das bereits grundhaft sanierte Seminargebäude auf dem Mühlengelände ist dabei eine sehr gefragte Adresse.

Im Nordflügel des Anwesens geht es jetzt erst einmal darum, die Bausubstanz zu sichern. "Das rund 300 Jahre alte Gebäude ist in einem überaus schlechten Zustand und einsturzgefährdet. Jahrzehntelang wurde daran nichts gemacht", sagt René Albani. Mithilfe von Fördermitteln aus verschiedenen Programmen, einem finanziellen Eigenanteil des Vereins und einigen Spenden von Privatleuten gehen die Maßnahmen wie Zimmermannsarbeiten, die Neueindeckung des Daches und die Sanierung beziehungsweise Aufarbeitung der Fenster derzeit über die Bühne. Fachleute aus Crimmitschau erledigen sie. 150.000 Euro stehen dafür zur Verfügung. "Diese Summe reicht aber bei Weitem nicht, um den gesamten Nordflügel-Komplex zu sichern", sagt Ines Liebald, Vorsitzende des Landschaftspflegeverbandes und Bürgermeisterin der Gemeinde Neukirchen. "Wir würden uns über weitere Förderer, über neue Vereinsmitglieder und Spender freuen."

Sascha Aurich

Aurichs Woche:Der „Freie Presse“-Sonntagsnewsletter von Sascha Aurich

kostenlos bestellen

Wenn das Gebäude irgendwann nutzbar ist, sollen dort die Büros der Kreisnaturschutzstation sowie eine Holzwerkstatt eingerichtet werden. Bis es so weit ist, klotzen auch Katrin Pfeffer und Reinhard Ciossec mit ran, unter anderem bei der Müllbeseitigung aus den uralten Fachwerkstuben, damit die Sanierung reibungslos vonstatten gehen kann. "Die Arbeit in der Gräfenmühle macht mir viel Spaß. Jeden Tag gibt es etwas anderes zu tun, es ist sehr abwechslungsreich", sagt Bundesfreiwilligendienstlerin Katrin Pfeffer. Auch Mitarbeiter Reinhard Ciossec kann sich nichts anderes vorstellen, als täglich draußen zu sein.

Bewertung des Artikels: Noch keine Bewertungen abgegeben
0Kommentare

Die Diskussion wurde geschlossen.



    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus. An alle Adblocker

    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus.
    Mehr erfahren Sie hier...