IFA-Oldtimertreffen: Stadt in Zugzwang

Die Kommune als Veranstalter der in Deutschland einmaligen Schau sucht dringend Mitstreiter. Der Grund: Die bisherigen Helfer sind fast alle im Rentenalter.

Werdau.

Fest steht, dass es auch 2019 und die beiden darauffolgenden Jahre ein IFA-Oldtimertreffen für Nutzfahrzeuge in Werdau auf der Westtrasse geben wird. Unklar ist aber, wer es künftig organisieren wird. Nach jahrelangen Querelen zwischen der Stadt als Veranstalter und dem Ministerium für Wirtschaft und Verkehr als zuständiger Behörde für die Staatsstraße hatte Minister Martin Dulig im Juni eingelenkt. Damit hat die Kommune jetzt Planungssicherheit für die nächsten Jahre - und ist in Zugzwang.

Das Zugeständnis hatte Dulig während einer Zusammenkunft von Mitgliedern der SPD-Ortsgruppe gemacht. An der Beratung in kleinem Kreis, die an einem Freitagnachmittag bei Kaffee und Kuchen in einer Wohnung stattfand, nahmen auch die beiden SPD-Stadträte teil. Das Ergebnis: Die Stadt darf die Westtrasse zwischen den Anschlussstellen Greizer Straße und Leubnitz die kommenden drei Jahre für die Großveranstaltung nutzen. Der Oberbürgermeister von Werdau, Stefan Czarnecki (CDU), erfuhr von der Zusage erst Stunden später. Dulig, der für seine bis dahin starre Haltung Kritik von zahlreichen Oldtimerfreunden und auch vom Landtagsabgeordneten Jan Löffler (CDU) einstecken musste, ging bei dem Treffen sogar noch einen Schritt weiter: Sollte das Verkehrskonzept der Kommune während der dreitägigen Veranstaltung aufgehen und es zu keinen nennenswerten Verkehrsproblemen auf der Umleitungsstrecke in der Stadt während des IFA-Treffens kommen, steht einer Nutzungsgenehmigung über 2021 hinaus nichts im Wege.

Problem nur: Die Organisatoren der Großveranstaltung, die in diesem Jahr zum 21. Mal stattfand, sind inzwischen im Rentenalter oder stehen kurz davor. Dazu gehört auch der Hauptorganisator, Hans-Jürgen Beier. Der Museumschef, der einst die Veranstaltung als Begleitprogramm für die Schau "100Jahre Industrieller Fahrzeugbau in Werdau" initiierte, wird das Treffen im kommenden Jahr das letzte Mal organisieren. Ende 2019 geht er in Rente. Das bekräftigte er gegenüber dem Stadtoberhaupt noch einmal vergangene Woche zur Auswertung der jüngsten Veranstaltung. Doch bereits jetzt, so Beier, müssen die Weichen für seine Nachfolge als Organisationschef gestellt werden. Der Grund: Die Vorbereitungen für die jeweils am letzten Aprilwochenende stattfindende Veranstaltung, die inzwischen rund 500Aussteller und circa 10.000 Besucher anlockt, beginnen im Herbst.

Folglich muss der Nachfolger mit in die Vorbereitungen einbezogen werden. "Ein Fest in der Größenordnung organisiert man nicht mal so nebenbei oder erst wenige Tage vor Beginn der Veranstaltung", sagt Beier aus Erfahrung.

Auch wenn er die Hauptlast trägt, gehört zur Absicherung des Treffens ein ganzes Team. Das bestand bisher hauptsächlich aus ehemaligen Mitarbeitern des Kfz-Werkes. Die brachten ihr Wissen mit in die Veranstaltung ein und kannten das Gelände aus dem Effeff. Denn auch das ist eine Besonderheit des Treffens: Die Westtrasse verläuft heute durch einen Teil des ehemaligen Firmengeländes des Kfz-Werkes. Die verbliebenen Nachfolgebetriebe haben ihren Sitz am Rande des Festgeländes. Einige gehören zu den Sponsoren der Veranstaltung.

Die künftigen Helfer sollen nun in die Fußstapfen derer treten, die in der Vergangenheit das Fest mit Erfolg organisierten. "Benötigt werden ungefähr 20 Mitstreiter, deren Herz für die IFA-Oldtimer schlägt und die auch bereit sind, Verantwortung zu übernehmen", macht Beier deutlich. Die Palette der Einsatzgebiete während der dreitägigen Veranstaltung ist vielfältig. "Der Einsatz ist als Einweiser für die Aussteller möglich, bei Kontrolltätigkeiten, der Gästebetreuung, beim Verkauf auf dem Teilemarkt oder im IFA-Archiv", nennt Beier als Beispiele. Andere Bereiche wie die gesamte gastronomische Versorgung werden zum Beispiel von einer Cateringfirma abgesichert. Gleiches trifft auf den Security-Bereich zu. Der Einsatz der ehrenamtlichen Helfer im Organisationsteam ist nicht umsonst. "Reich wird man dabei aber nicht. Die Mitstreiter erhalten eine Aufwandsentschädigung und werden während ihres Einsatzes verpflegt", sagt Beier.

Info-Veranstaltung Für Interessenten, die bei der Organisation und Durchführung des IFA-Oldtimertreffens mitmachen wollen, findet am 18. September um 17 Uhr im kleinen Ratssaal im Werdauer Rathaus eine Informationsveranstaltung statt. Vertreter der Stadt und Organisatoren geben Auskunft über die Aufgaben und beantworten Fragen.

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