IFA-Treffen: Ausschuss sagt Nein zur Westtrasse

5000 Unterschriften bleiben ohne Wirkung. Der Petitionsausschuss teilt die Auffassung des Wirtschaftsministers. Was bleibt, sind enttäuschte Oldtimerfans.

Werdau/Fraureuth.

Carsten Börnig aus Fraureuth hat fest an den Erfolg seiner Petition geglaubt. Mehr als 5000 Unterschriften hatte der Oldtimerfan seit dem IFA-Treffen im Vorjahr gesammelt und damit erreichen wollten, dass auch nach 2017 die Veranstaltung auf der Westtrasse stattfinden kann. Die Listen mit 5000 Unterschriften übergab er gemeinsam mit Werdaus Oberbürgermeister Stefan Czarnecki (CDU) im Dezember im Landtag an die Vorsitzende des Ausschusses, Kerstin Lauterbach (Die Linke). Rücken- deckung erhielt er dabei auch durch den Landtagabgeordneten Jan Löffler (CDU), der ebenfalls bei der Übergabe anwesend war und das Anliegen unterstützte. Alles ohne Erfolg. Der Ausschuss erteilte dem Anliegen eine Abfuhr und stellte sich damit hinter die Auffassung von Sachsens Wirtschaftsminister Martin Dulig (SPD). Der hat bereits 2015 der Stadt Werdau als Veranstalter schriftlich mitgeteilt, dass die Trasse nur 2016 und letztmals 2017 für die Veranstaltung zur Verfügung steht.

Die 20. Auflage des Treffens fand am zurückliegenden Wochenende statt und brach alle bisherigen Rekorde. 600 Oldtimerfans kehrten mit ihren Fahrzeugen noch einmal an den Ort zurück, wo die Gefährte einst gebaut wurden. Auch Carsten Börnig gehörte dazu. Seit dem 2. IFA-Oldtimertreffen ist er mit seinem S 4000-1 einer der Stammgäste. "Wenn man am Wochenende erlebt hat, welche Anziehungskraft die Veranstaltung hat, kann man die Entscheidung nicht verstehen und nur schwer akzeptieren", sagt der Fraureuther enttäuscht. 16.000 Zuschauer lockte das Treffen an, so viele wie noch nie. "Die Zahl spricht eine deutliche Sprache."


Nun ist die Zukunft der Veranstaltung wieder offen. Karin Winkler, die zusammen mit ihrem Mann Gert einen an die Westtrasse angrenzenden Recycling- und Wertstoffhof betreibt, würde ihr fünf Hektar großes Areal für die Veranstaltung zur Verfügung stellen. Das machte sie am Wochenende noch einmal deutlich. Unklar ist jedoch, wer das Treffen künftig organisiert.


Petitionsausschuss - Was ist das?

Das Wort Petition stammt von dem lateinischen Wort Petitio ab, was übersetzt "Angriff vor Gericht" wie auch - nach unserem heutigen Sprachgebrauch - "Bitte, Ersuchen, Anspruchsrecht" heißt. Das Recht, sich mit Petitionen an staatliche Stellen zu wenden, ist im Artikel 35 der sächsischen Verfassung verankert. Es steht jeder Person zu.

Dem Gremium im sächsischen Landtag gehören 28 Mitglieder aller im Landtag vertretenen Parteien an. Den Vorsitz des Ausschusses hat Kerstin Lauterbach (Die Linke) inne.

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