In welchem Kreisverkehr steht dieses Kunstwerk?

39 Zuschriften sind zum April-Fotorätsel eingegangen. Alle waren richtig. Heute gibt es eine neue Rätselnuss.

Kertzsch.

Eine harte Rätselnuss gab es im April zu knacken. Der im Fotorätsel abgebildete Turm gehört zum Wasserwerk in Kertzsch an der B 173 kurz vor dem Ortseingang Waldenburg. 39 Zuschriften sind eingegangen. Alle waren richtig. Leser aus Waldenburg, Zwickau, Glauchau, Meerane, Bernsdorf, Wilkau-Haßlau, Dennheritz, Neukirchen und Nobitz wussten Bescheid.

Kay Speck aus Nobitz schreibt, dass es gar nicht so einfach war, im Internet eine Lösungsidee zu finden, ohne vorher eine konkrete Antwortidee zu haben. "Das Satellitenbild des Wasserwerkes bei Google Maps lässt mich aber vermuten, dass ich mit meinem Lösungsvorschlag richtig liege", schreibt er. "Auf die Fährte nach Waldenburg/Kertzsch brachte mich ein Foto vom Wasserturm des Wasserwerkes Glauchau. Interessant finde ich, dass an der Fassade des Hauptgebäudes ,Wasserwerk der Stadt Meerane' steht. Und das bei einem Wasserwerk, das viel näher bei Waldenburg und Glauchau steht."


Warum das so ist, weiß Hermann Pfeifer aus Dennheritz. Er war von 1978 bis 2002 Wassermeister und Leiter des Meisterbereichs Trinkwasser Glauchau im Regionalen Zweckverband (RZV). Der Leser berichtet, dass es um 1900 keine zentrale Trinkwasserversorgung für die Bewohner von Meerane gab, sondern nur öffentliche und private Brunnen. Die damals aufstrebenden Textilfirmen schufen sich eigene Wasserversorgungen und Leitungssysteme. Das Wasserwerk Kertzsch habe es Meerane ermöglicht, eine Wasserversorgung aufzubauen und die Entwicklung der Stadt voranzutreiben. Es wurde 1901 von der Stadt Meerane nach nur zwei Jahren Bauzeit in Betrieb genommen und war zur damaligen Zeit eine ingenieurtechnische Meisterleistung. Zu dem Werk wurde eine Quellfassung mit etwa 53 Brunnen, Versickerungsgräben und einer Hebeleitung gebaut. Mittels Unterdruck wird das Rohwasser aus der Quellfassung über eine Rohrbrücke, die über die Mulde führt, ins Wasserwerk gesaugt, gefiltert, entsäuert und desinfiziert. Von 1901 bis in die 1960er-Jahre wurde das gesamte Betriebsregime im Werk mittels einer Dampfmaschine aufrecht erhalten.

Hermann Pfeifer berichtet, dass die damalige Geschäftsleitung des RZV Lugau-Glauchau 1996 den Fernwasserversorger Südsachsen GmbH mit Sitz in Chemnitz mit der Erstellung einer Trinkwasserkonzeption beauftragte. Diese Konzeption, die die Außer-Betrieb-Setzung fast aller Eigenwasseranlagen beinhaltet habe, sei auf schärfsten Widerstand von Mitarbeitern gestoßen. Auch das Wasserwerk Kertzsch habe damals stillgelegt werden sollen. "Nur durch den Widerstand von mir und dem Wassermeister Norbert Paul sowie der Bürgermeister aus Meerane, Waldenburg, Schönberg, Remse und Oberwiera ist es gelungen, dies zu verhindern", sagt Pfeifer. "Dieses Wasserwerk mit einer täglichen Kapazität von bis zu 2800 Kubikmetern Trinkwasser ist für den Raum Meerane-Waldenburg die einzige Alternative beim Ausfall der Fernwasserversorgung. Deshalb ist es wichtig, es zu modernisieren oder zu ersetzen."

Die Geschäftsleitung des RZV bestätigt auf Anfrage, dass die Trinkwasseranlage Kertzsch eine Reserve für den Fall ist, dass das Fernwasser einmal ausfällt. Etwa ein Drittel des Wasserbedarfs von Dennheritz, Meerane, Oberwiera, Remse, Schönberg und Waldenburg könne für einen Zeitraum von bis zu 56 Stunden abgedeckt werden. Von den mehr als 50 Brunnen haben aktuell nur 27Anteil an der Wasserförderung. Vorrangig gewinnen sie Grundwasser aus der Talaue der Zwickauer Mulde, informiert der Verband. Die Trinkwasseraufbereitungsmenge betrage 1500 Kubikmeter pro Tag. "Da das mehr als 100 Jahre alte Wasserwerk langfristig nicht mehr den Ansprüchen an die moderne Versorgung entspreche, werde jetzt untersucht und fachlich bewertet, ob in den nächsten drei bis fünf Jahren ein neues neben das bisherige, denkmalgeschützte gebaut werden kann, um die Wasserversorgung in der Region, auch im Hinblick auf die stattfindende klimatische Veränderung zu stabilisieren", teilt der RZV mit.

Aus allen Zuschriften zum Fotorätsel sind drei Gewinner gezogen worden: Marita Preißler aus Zwickau, Renate Hofmann aus Waldenburg und Michael List aus Glauchau. Die Gewinner werden schriftlich informiert.

Heute gibt es eine neue Rätselnuss. Die "Freie Presse" fragt: In welchem Kreisverkehr im Altkreis Hohenstein-Ernstthal ist das Kunstwerk, das eine historische Kulisse zeigt, aufgestellt?

Einsendungen bitte bis zum 31. Mai an die Lokalredaktion der "Freien Presse", Hauptstraße 13 in 08056 Zwickau, oder per E-Mail schicken. Mit seiner Einsendung erklärt sich jeder Teilnehmer einverstanden, dass sein Name und Wohnort im Auswertungsbeitrag der "Freien Presse" print und online genannt werden dürfen. Nach Abschluss des Gewinnspiels werden alle Karten und Briefe vernichtet und die E-Mails gelöscht. Es werden keine persönlichen Daten gespeichert. Leseraktion-westsachsen@freiepresse.de

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