IT-Forensiker sucht Spuren von Tätern im Internet

Zahl der Straftaten im Netz steigt - Langes Ringen um den Fachmann

Zwickau.

Die Staatsanwaltschaft Zwickau kann ab sofort bei ihren Ermittlungen gegen Straftaten im Internet auf einen neuen Spezialisten zurückgreifen. Wie der Leitende Oberstaatsanwalt Uwe Wiegner sagte, gibt es in seiner Behörde ab heute die Stelle eines IT-Forensikers. Damit ist die kleinste Staatsanwaltschaft in Sachsen im Kampf gegen die sogenannte "Cybercrime" (zu Deutsch: Internetkriminalität) besser gerüstet. Dabei war es nicht einfach, die zusätzliche Stelle genehmigt zu bekommen. "Es war schon ein zähes Ringen um den Fachmann", sagte Wiegner.

Der IT-Experte soll die beiden Staatsanwälte verstärken, die sich bisher schon mit den Verbrechen, für die das Internet missbraucht wurde, beschäftigten. An Arbeit wird es den Juristen und dem Computerfachmann nicht mangeln. "Die Straftaten, die im Zusammenhang mit Computerkriminalität stehen, nehmen Jahr für Jahr zu", sagte Wiegner. Vor allem gibt es inzwischen viel mehr Straftaten als das unberechtigte Geldabheben mit einer fremden EC-Karte. "Heute kann man im Internet in den verschiedensten Varianten auf unehrliche Weise sehr viel Geld verdienen", sagte Wiegner. Heute brauche man keine Bank mehr zu überfallen.

Vor allem können jetzt mehr Ermittlungen vor Ort, also direkt in Zwickau, erledigt werden als bisher. Wenn die Zwickauer Staatsanwälte bisher zum Beispiel ein Handy auslesen wollten, mussten sie entweder eine andere Staatsanwaltschaft oder direkt das Landeskriminalamt um Hilfe bitten. Damit zogen sich aber die Ermittlungen in die Länge, was es wiederum Tätern erleichterte, zwischenzeitlich ihre Spuren zu verwischen. Zudem kann der neue Experte wegen seiner speziellen Kenntnisse digitale Spuren, die Täter im weltweiten Datennetz hinterlassen, besser verfolgen. Dies können unter anderem auch Ermittlungen im Bereich der Organisierten Kriminalität sein. Diese allerdings führt in der Regel das Landeskriminalamt. Uwe Wiegner geht davon aus, dass der IT-Fachmann, der keine juristische Ausbildung hat, sich schnell einarbeitet und dann ebenso schnell einsetzbar ist. IT-Spezialisten gibt es bisher schon bei den Staatsanwaltschaften in Chemnitz, Görlitz und Leipzig.

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