Kamera ermöglicht 3D-Blick auf Organe

700.000 Euro stehen für Investitionen in der Pleißentalklinik in Werdau zur Verfügung. Operateure erhalten neue Technik.

Werdau.

Chirurgen und Gynäkologen, die in der Pleißentalklinik in Werdau arbeiten, können nun einen dreidimensionalen Blick in den Körper des Patienten werfen. Die Möglichkeit ergibt sich durch die Anschaffung eines 3D-Laparoskopie-Turms. Das System gilt als Fortschritt für Operateure: Der Apparat besteht aus einem großen Monitor sowie Kamera- und Rechnertechnik. Ärzten, die eine spezielle Brille tragen, bietet er ein dreidimensionales Bild aus dem Körperinneren des Patienten. "Die Darstellung in 3D und eine Auflösung, die an ein Mikroskop heranreicht, sorgt dafür, dass die Operateure auch während minimal-invasiver Eingriffe dreidimensional sehen. Unsere Arbeit wird auf ein neues, höheres Niveau gehoben", sagt Professor Dr. Elke Wagler, Chefärztin für Allgemein-, Viszeral- und Onkochirurgie.

Die Spezialtechnik kommt in der Pleißentalklinik bei einfachen Eingriffen, wie der Entfernung der Gallenblase, und bei komplizierten Operationen, beispielsweise am Magen-Darm-Trakt, an Gebärmutter oder Eierstöcken, zum Einsatz. Während des Eingriffs trägt der Operateur eine Polarisationsbrille, durch die er Körperstrukturen und sein Instrumentarium in räumlicher Darstellung sieht. "Durch farbige, hochauflösende Bilder kann er die Organe fast so wahrnehmen wie bei einer offenen Operation", sagt Wagler und verweist auf die Vorteile der Tiefenwirkung: Anatomisch feinste Gewebestrukturen im Bauchraum lassen sich besser unterscheiden. Im Vergleich zu den herkömmlichen 2D-Systemen können die Mediziner noch präziser und zielgerichteter arbeiten. Zudem ist ein äußerst gewebeschonendes Operieren möglich. Kleinste Blutgefäße, Nerven und Lymphknoten werden sichtbar und somit bei Eingriffen geschont.

Die Kosten für die Anschaffung des 3D-Laparoskopie-Turms belaufen sich auf 91.000 Euro. Dabei handelt es sich um eine der größten Investitionen, die in diesem Jahr in der Pleißentalklinik getätigt werden. Mit Blick auf die Anzahl der Betten und der Patienten stehen Pauschalfördermittel in Höhe von rund 700.000 Euro zur Verfügung. "Für Neu- und Ersatzinvestitionen in der gesamten Klinik", sagt Geschäftsführer Uwe Hantzsch. Zu den weiteren Investitionsschwerpunkten gehören die Anschaffung von zwei Intensivbetten zur Behandlung von langzeitbeatmungspflichtigen Patienten. Zudem werden ein Sonografiegerät für die Gynäkologie und ein Inkubator für die Säuglingsstation angeschafft. Finanziert werden mit den Mitteln ein weiterer Abschnitt bei der Sanierung der Flachdächer und die Errichtung eines Trinkwasservorratsbehälters.

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