Kunden sollen Leergut zurückbringen

Brauereigeschäfte in Zwickau und Gersdorf brummen: Je wärmer das Wetter, desto durstiger die Westsachsen

Zwickau.

Die beiden Brauereien im Landkreis Zwickau können bisher wie gewohnt abfüllen - obwohl die Bierproduktion im Sommer traditionell ansteigt und die Hitze in diesem Jahr stark ist. Eine Brauerei aus Bochum hatte vor einigen Tagen gar Alarm geschlagen, dass ihr das Leergut ausgehe. Der Deutsche Brauerbund appellierte daraufhin an die Kunden, Leergut rasch wieder in den Handel zu bringen.

Solche Sorgen plagen bislang weder die Mauritius-Brauerei in Zwickau noch die Glück-Auf-Brauerei in Gersdorf. Sie verfügen noch über ausreichend leere Flaschen und Kästen. "Auch unser Jubiläumsbier Elf 18 kann ohne Einschränkungen ausgeliefert werden", sagt Kathrin Seyffert von der Mauritius-Brauerei,

Auch Astrid Peiker, Geschäftsführerin der Glück-Auf-Brauerei, versichert: "Derzeit ist die Abfüllung und die Verpackung in unsere Kästen für das gesamte Sortiment gesichert". Allerdings können beide Unternehmen nicht ausschließen, dass beim Leergut ein Engpass eintritt, sollte die ungewöhnliche Hitzewelle anhalten. "Es ist daher auf jeden Fall günstig, wenn die Kunden das Leergut so schnell wie möglich wieder beim Handel zurückgeben", stimmen die beiden dem Aufruf des Deutschen Brauerbundes zu. Vor allem in der Urlaubszeit stehen deutschlandweit offenbar viele der gekauften Bierkisten in den Kellern der Kunden. Die Sommermonate der vergangenen Jahre waren immer wieder recht heiß, bislang habe es aber keinen so drastischen Mangel an Leergut gegeben, sagt der Deutsche Brauerbund, der von "besonders ausgeprägter Leergutknappheit" spricht.

Kunden bezahlen für jeden Kasten Pfand. 3,10 Euro werden für einen Kasten mit 20 Halb-Liter-Flaschen an der Kasse zusätzlich zum Flaschenpfand fällig.

Eine Vermutung, warum das Leergut mancherorts knapp wird: Bierkästen werden zweckentfremdet. Jährlich gehen den Brauereien bundesweit Tausende Kästen verloren. Genaue Zahlen gibt es nicht.

Im Internet kursieren seitenweise Anleitungen, wie unter anderem ein Bett aus 14 Bierkästen oder Tische und Stühle gebaut werden können. Auch Wettbewerbe im Kistenstapeln sind beliebt. Bei diesen Wettbewerben werden bis zu 200 Kästen benötigt. Ob diese danach alle zurückgeben werden, ist fraglich. Zumal Kunden mit leeren Kästen im Laden heutzutage oft gar nicht weit kommen. Die meisten Automaten akzeptieren diese nämlich gar nicht mehr. (nkd)

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