Mosterei setzt auf Bio und neues Design

In der Fruchtsaftkelterei Mehlhorn in Langenbernsdorf beginnt am 27. August die Apfelannahme. Der Traditionsbetrieb wartet in diesem Jahr mit einigen Neuerungen auf.

Langenbernsdorf.

Noch geht es auf dem Gelände der Fruchtsaftkelterei in Langenbernsdorf ruhig zu. Das Bild wird sich in gut einer Woche ändern. Am 27. August beginnt in dem Traditionsunternehmen die Apfelannahme und damit die heiße Phase in der Mosterei. Andreas Mehlhorn, der zusammen mit seiner Schwester Dorette Hieronimus das traditionsreiche Familienunternehmen führt, rechnet mit einer durchschnittlichen Apfelernte. "Das Vorjahr war katastrophal. 2017 gab es in Deutschland die schlechteste Apfelernte in den zurückliegenden 20 Jahren. In diesem Jahr sieht die Situation besser aus, wenn auch nicht optimal", sagt der Experte.

Zumindest während der Blütezeit und während des Fruchtansatzes herrschten gute Wetterbedingungen. "In der Wachstumsphase fehlte dann der Regen, sodass die Äpfel verhältnismäßig klein ausfallen", sagt Andreas Mehlhorn. Die Folge: kleinere Äpfel bringen weniger Saft. "Ein Problem, mit dem zurzeit alle Mostereien klarkommen müssen. Bilanz gezogen wird am Ende", sagt der 59-Jährige, der zugleich Vorsitzender der Sächsischen Fruchtsaftverbandes ist und damit auch im Namen von 43 Mitgliedern aus fünf Bundesländern spricht.

Die Fruchtsaftkelterei wartet in diesem Jahr mit einigen Neuerungen auf. Dazu gehört unter anderem ein neues Design beim Firmenauftritt. "In Zusammenarbeit mit einer Grafikerin aus Wilkau-Haßlau haben wir die Etiketten auf unserem Flaschen überarbeitet. Das neue Design ist flotter, wirkt frischer und passt damit auch besser zu unseren Erzeugnissen", sagt der Geschäftsmann. Die Einführung des neuen Etikettes erfolge schrittweise.

Zu den weiteren Neuerungen gehört der Ausbau der Bioprodukte. "Wir haben damit 2016 angefangen und verzeichnen inzwischen eine gestiegene Nachfrage. Dem wollen wir Rechnung tragen", erklärt der Langenbernsdorfer. Bei der Umsetzung des Vorhaben arbeitet das Unternehmen, dessen Geschichte bis 1934 zurück reicht, mit mehreren Besitzern von Streuobstwiesen in der Region zusammen. "Wir haben dazu das ,Wiesenschatz'-Streuobstprojekt ins Leben gerufen und uns als Kelterei der Ökozertifizierung durch eine anerkannte Kontrollstelle unterzogen. Interessierte Wiesenbesitzer mit einem Bestand von 25Apfelbäumen und mehr können ihre Obstwiesen über uns ebenfalls zertifizieren lassen", sagt Andreas Mehlhorn. Der Unternehmer, der bei der Umsetzung des Projektes von seiner mit in den Betrieb eingestiegenen Tochter Ulrike tatkräftig unterstützt wird, geht noch einen Schritt weiter: Streuobstwiesen sind ein unverwechselbarer Teil unserer Kulturlandschaft. Gemeinsam mit den Wiesenbesitzern wollen wir einen Beitrag zum Fortbestand dieser Flächen leisten. Ein Erbe unserer Vorfahren, das es auch für kommende Generationen zu erhalten gilt." Am Ende profitieren beide Partner: Die Besitzer der zertifizierten Streuobstwiesen erhalten für ihre Äpfel mehr Geld, das sie dann für den Erhalt und die fachgerechte Pflege dieser Areale einsetzen können. Im Gegenzug kann die Kelterei ein Produkt anbieten, das sich aus dem herkömmlichen Sortiment abhebt. Die Lagerung und Verarbeitung der Früchte von den Streuobstwiesen erfolgt getrennt von den anderen Lieferanten. Die Äpfel, die in der Fruchtsaftkelterei zum herkömmlichen Saft verarbeitet werden, stammen ausschließlich aus der Region. Die Lieferanten kommen aus einem Umkreis von rund 50 Kilometern.

Nahezu jährlich wartet das Unternehmen auch mit neuen Erzeugnissen auf. In diesem Jahr gehört eine Rote Beete/Apfel/Maracuja-Mischung dazu. "Klingt ungewöhnlich, schmeckt aber lecker und hat eine ganz besondere Note", versichert Ulrike Mehlhorn. Bevor ein neues Erzeugnis in das Sortiment aufgenommen wird, erfolgt ein Geschmackstest innerhalb der Familie. Erst wenn der bestanden ist, geht der Saft in die Produktion. Aktuell umfasst das Sortiment 30 verschiedene Sorten. Die Palette reicht dabei von Sauerkirschnektar über Traubensaft bis hin zum klassischen Orangennektar. Inzwischen sind auch wieder Sorten im Kommen, die schon die Großeltern mochten, dann aber in Vergessenheit gerieten: Rhabarber- und Holundersaft.

Tag der offenen Tür Am 29. September lädt die Fruchtsaftkelterei Mehlhorn auf ihren Firmensitz in Langenbernsdorf, Hauptstraße 36, ein. Interessenten erfahren Wissenswertes über die Herkunft des Obstes und dessen Verarbeitung, können einen Blick in die Produktion werfen und die Erzeugnisse probieren.

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