Papierkörbe quellen über

Viele der mehr als 200 öffentlichen Behälter werden von Mülltouristen gefüllt, die sich die Entsorgung sparen wollen. Ein Ärgernis, für das alle bezahlen.

Werdau.

Vor allem nach den Wochenenden quellen die öffentlichen Papierkörbe in Werdau über. "Das kann man überall beobachten, und meist stehen gleich noch Müllbeutel daneben", ärgert sich nicht nur Johannes Weber aus Werdau-Ost über die Dreistigkeit von Leuten, die ihren Hausmüll auf diese kostenfreie Art und Weise loswerden.

Die Stadt Werdau beschäftigt das Problem mit dem Haus- und Gewerbemüll, der in öffentlichen Papierkörben landet, seit vielen Jahren. "Eine Mitarbeiterin des städtischen Bauhofes leert die Behälter regelmäßig", sagt der Leiter des Fachbereiches Stadtentwicklung und Bau im Rathaus, Karsten Piehler. So sei Montag die Kernstadt Werdau dran, dienstags die Ortsteile. Am Mittwoch ist die Beschäftigte in den restlichen Stadtteilen von Werdau mit der Leerung beauftragt, am Donnerstag sind die Parkanlagen ihr Ziel. Rund 220 städtische Papierkörbe sind in diese Entsorgungsroute eingebunden. Unterstützung erhält die Bauhofmitarbeiterin durch einen Bundesfreiwilligendienstler, sofern diese Stelle besetzt ist.

Wie viel illegal entsorgter Müll übers Jahr zusammenkommt, kann Karsten Piehler nicht sagen. "Dafür wäre eine Auswertung über die letzten Jahre notwendig. Die haben wir nicht." Er gibt zu bedenken, dass die reine Müllmenge nur einen Teil der Kosten ausmacht. Die mit dem Ein- und Aufsammeln sowie dem Transport von weggeworfenem Müll, zertrümmerten Flaschen, Essensverpackungen und ähnlichem Unrat verbundene Arbeitszeit sei der wesentliche Kostenfaktor. Bezahlen muss den Mülltourismus der Steuerzahler. "Die Leerung der Papierkörbe und die Entsorgung des illegalen Mülls werden aus Haushaltsmitteln der Stadt bezahlt und stehen damit zum Beispiel für Unterhaltungsmaßnahmen an Straßen und Gehwegen nicht zur Verfügung." Für das Ergreifen der Müllsünder hat die Stadt bereits des Öfteren das Landratsamt Zwickau um Unterstützung gebeben. Dort werden auch illegale Ablagerungen von Unrat gemeldet, um den Verursacher zu stellen oder die Entsorgung anzuordnen. "Leider geschieht in dieser Sache seitens des Landratsamtes wenig. Oft bleibt die Müllberäumung an uns hängen."

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