"Prager Frühling" wird diskutiert

Vortrag von tschechischer Politologin im Werdauer King-Zentrum

Werdau.

Die Folgen des "Prager Frühlings" werden am Dienstag, dem 21. Mai, ab 19 Uhr im Martin-Luther-King-Zentrum, Stadtgutstraße 23 in Werdau, beleuchtet. Dann ist Blanka Mouralová, Politologin am Prager Institut für Totalitarismusforschung, zu Gast und wird über das Erbe der Normalisierung in der CSSR referieren. Der Titel des Vortrags: "Das Erbe der 'Normalisierung' in der CSSR - Gesellschaft ohne Politik in der gegenwärtigen Tschechischen Republik". Im Anschluss ist eine Diskussion geplant.

Die Ereignisse um den "Prager Frühling" 1968 bedeuteten den Organisatoren der Veranstaltung zufolge für die damalige kommunistische Tschechoslowakei auch eine ungeahnte Belebung der Zivilgesellschaft. Nach der Militärintervention durch die Warschauer-Pakt-Truppen unter Führung der Sowjetunion, welche den Versuch, einen "Sozialismus mit menschlichem Antlitz" in der CSSR zu schaffen, gewaltsam beendet hatte, habe die sogenannte "Normalisierung" eingesetzt, um jegliche Form staatsunabhängiger Aktionen und Organisationen zu unterbinden. Nur wenige hätten aktiven Widerstand geleistet, so die Organisatoren des Abends.


Diese traumatische Erfahrung habe sich tief in das Bewusstsein und das Verhalten der tschechischen Gesellschaft eingegraben, so eine These die zur Diskussion stehen kann. Bis zum heutigen Tag sei der Mehrheit der Bevölkerung die Vorstellung fremd, sich als mündiger Bürger für die politischen Belange seines Landes zu engagieren, um auf diese Art seine Interessen wahrzunehmen, heißt es in der Ankündigung. Politisches Desinteresse und Provinzialität der Bevölkerungsmehrheit seien späte Folgen der damaligen Ereignisse und hätten die postkommunistische Entwicklung der Tschechischen Republik nachhaltig geprägt. Moderator ist Wolfram Tschiche. Der Eintritt ist frei. (fp)

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