Stadt spart im Park: Pflanzkübel bleiben leer

Hitze und Trockenheit im Sommer 2018 sorgen für ein Umdenken in Crimmitschau. Die Blütenpracht wird reduziert.

Crimmitschau.

Ein Teil der Pflanzkübel, die sich im Bismarckhain in Crimmitschau befinden, bleibt in den nächsten Monaten verwaist. Die Verantwortlichen im Rathaus reduzieren die Sommerbepflanzung im gesamten Stadtgebiet. Baubetriebshof-Leiter Michael Popp hat rund 2800 Blütenpflanzen bestellt.

Zum Vergleich: Im vergangenen Jahr sorgten noch 3300 Blütenpflanzen, unter anderem Pelargonien und Eisbegonien, für Farbtupfer. Die Reduzierung wird unter anderem mit den Erfahrungen vom letzten Sommer begründet - mit langer Trockenheit und tropischen Bedingungen. "Zwei Mitarbeiter des Baubetriebshofes waren dauerhaft mit dem Gießen beschäftigt, haben zeitweise trotzdem nicht alles geschafft. Dadurch sind andere Dinge liegen geblieben", sagte Götz Müller, Leiter des Fachbereichs Bau, und erinnerte an eine interne Aufgabenkritik: "Dabei ist die Entscheidung gefallen, einen Teil der Pflanzkübel in den Parkanlagen nicht mehr zu bestücken."

Christoph Ulrich

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Auf das Problem machte Stadträtin Christine Venzmer (Für Crimmitschau) vor wenigen Tagen zur Sitzung des Verwaltungsausschusses aufmerksam. Ihre Kritik richtete sich vordergründig nicht gegen die Entscheidung zur Reduzierung der Pflanzen, sondern gegen den weiteren Verbleib der Pflanzkübel im Bismarckhain. "Sie werden nun als Müllkübel zweckentfremdet. Darin landen Zigarettenkippen und Abfälle", sagte Christine Venzmer. Bisher ist unklar, wann die Mitarbeiter des Baubetriebshofes die fünf (leeren) Pflanzkübel wegräumen.

Aus Sicht von Tobias Muschalek, Geschäftsführer des Landesverbandes Gartenbau Sachsen, gibt es für die Städte und Gemeinden noch andere Optionen als die Reduzierung der Sommerbepflanzung. "Die Aufgabe zur Pflege und zum Gießen der Beete kann an Gartenbaubetriebe vergeben werden. Zudem ist es langfristig sinnvoll, über moderne Bewässerungssysteme nachzudenken", sagte Muschalek. Weitere Kommunen, die aufgrund der Trockenheit im Sommer 2018 bei der Bepflanzung den Rotstift ansetzen, kennt er nicht. "So ein Schritt ist - nach einem extrem heißen Sommer - vorschnell", sagte Muschalek, der als Möglichkeit die Suche nach Paten für die Pflanzkübel nennt. Nachbarn, Kindergartengruppen oder Schulklassen könnten die Bepflanzung und die Pflege übernehmen.

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