Tafel-Verein fehlt das Geld für Kraftsoff

Ein langjähriger Großsponsor hat sich plötzlich zurückgezogen

Zwickau/Werdau.

Nach einer schlechten Nachricht bangt die Zwickauer Tafel um ihre Existenz. Wie der Trägerverein "Gemeinsam Ziele Erreichen" am Freitag mitteilte, wird ein langjähriger Spender der Tafel seine Unterstützung einstellen. Das mittelständische Unternehmen hatte in den vergangenen Jahren die Tankkosten für die vier Transporter der Tafel in Höhe von 12.000 Euro pro Jahr übernommen.

Der Geschäftsführer des Trägervereins, Jens Juraschka, spricht von einer bedrohlichen Situation. Allein für den Januar 2020 benötigt die Tafel 1000 Euro, um tanken zu können. "Ansonsten stehen unsere Transporter still. Und wenn kein Essen transportiert wird, können wir auch keines ausgeben. Dazu kommen ohnehin steigende Betriebskosten einschließlich der Kfz-Versicherung, die ab Jahreswechsel aus Spendeneinnahmen nicht mehr gedeckt sind. Juraschka braucht kurzfristige, aber vor allem langfristige Hilfe, da die Kosten regelmäßig anfallen. "Wir hatten überhaupt nicht mit so einer Situation gerechnet", sagt er. Am Donnerstag sei er zum Gesprächstermin bei dem Unternehmen gewesen und habe gedacht, es gehe um die Weihnachtsstiefelaktion. "Stattdessen wurde mir eröffnet, dass die Firma einen neuen Besitzer hat und der jetzt die große Spende einstellt. Das war schon heftig."

Die Tafel versorgt in neun Ausgabestellen 1800 Menschen. Die Mitarbeiter müssen weite Wege zurück- legen, weil sich die Standorte in Zwickau, Werdau, Crimmitschau, Kirchberg, Wilkau-Haßlau und Hartenstein befinden. Um die Ausgabestelle in Zwickau-Neuplanitz gab es zuletzt auch Sorgen. Dort hatte die Versöhnungskirche zunächst nach dem Ausscheiden ihres Hausmeisters die Räume gekündigt. Inzwischen hat sich das Problem klären lassen. Die Tafel-Helfer übernehmen Hausmeisteraufgaben dort nun einfach mit. Vorausgesetzt, es kommen genug Spenden für die Transporte zusammen. "Ansonsten", sagt Juraschka, "wäre die gerade laufende Weihnachtspäckchenaktion für die Tafelkinder die letzte Aktion der Zwickauer Tafel überhaupt." (dha/ael)

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