Technik, Mannschaft und Garten: Ein Macher mit vielen Qualitäten

Ehrensache! Engagiert in Westsachsen. Heute: Steffen Kiesewetter, der im Sport wie auch im Grünen den Teamgedanken lebt.

Hohenstein-Ernstthal/Oberlungwitz.

Zwischen August und Anfang Mai gibt es für Steffen Kiesewetter aus Hohenstein-Ernstthal fast kein Wochenende, an dem er nicht in Sachen Handball unterwegs ist. Denn bei der HSG Sachsenring hat er eine Vielzahl von ehrenamtlichen Aufgaben. Mannschaftsleiter der zweiten Männermannschaft, Zeitnehmer, Verantwortlicher für die Koordination anderer Zeitnehmer und Schiedsrichter ist der 63-Jährige in der Spielgemeinschaft, die von Handballern aus Hohenstein-Ernstthal, Oberlungwitz und Grüna gebildet wurde. Im vergangenen Jahr schlossen sich auch noch die Lichtensteiner an.

Denn im Handball geht es nur mit Zusammenarbeit, da vor allem seit der Jahrtausendwende die Spielerzahlen bei den Erwachsenen und im Nachwuchs rückläufig sind. Als die Spielgemeinschaft gegründet wurde, übernahm Kiesewetter offiziell die Aufgabe des Leiters. Denn er verbindet die Orte sozusagen: Der Hohenstein-Ernstthaler spielte lange Zeit aktiv beim Oberlungwitzer SV, wo er auch verschiedene Aufgaben inne hatte und nach wie vor begleitet. "Abteilungsleiter und HSG-Leiter bin ich immer noch", sagt er und sieht den Zusammenschluss als Erfolgskonzept. Denn nur so könne in Nachbarschaft größerer Städte und höherklassig spielender Vereine der Handballsport auf dem Land erhalten werden. In seiner "Handballheimat" in Oberlungwitz gab es zudem das Problem, dass die altehrwürdige Turnhalle an der Erlbacher Straße ein paar Meter zu klein für den höherklassigen Spielbetrieb geworden war.

So manche Stunde sitzt Kiesewetter am Computer, wenn es um allerlei Planung oder Schriftverkehr geht. Sogar ganze Mannschaftssätze von Trikots hat er früher hin und wieder gewaschen und "verwaltet". Selbst wenn manche Aufgaben an andere verteilt sind, bedeutet das nicht automatisch, dass alles klappt. "Du musst die Leute auch regelmäßig daran erinnern", sagt Steffen Kiesewetter, der das mit der nötigen Ruhe, aber auch Konsequenz kann. Durch die Handballspielgemeinschaft sei es aber auch für ihn als Organisator etwas einfacher geworden. "Es sind jetzt auch mehr Leute, die sich wirklich engagiert einbringen", betont er und nennt Namen wie Matthias Bohn oder Lars Grämer. Die wissen seinen Einsatz genauso zu schätzen wie die Aktiven auf dem Spielfeld und der Trainerbank. "Er ist immer da, wenn jemand gebraucht wird", sagt Andreas Malt, langjähriger Spieler und heutiger Co-Trainer der ersten Männermannschaft in der Bezirksliga.

Neue Entwicklungen im Handballsport gab es in den letzten 20 Jahren nicht nur auf dem Spielfeld, sondern auch beim Drumherum. War in den 1990er-Jahren beispielsweise noch ein A5-Blatt als Spielprotokoll ausreichend, in das nur wenige Daten eingetragen werden musste, folgten bald weitaus größere Spielprotokolle und mittlerweile die ausgeklügelte elektronische Variante. Ohne Laptops und Internet am Spielfeldrand geht es dabei nicht mehr.

"Früher hat es gereicht, wenn eine Person dafür verantwortlich war, heute haben bei jedem Spiel zwei Leute gut damit zu tun. Auch insgesamt ist es viel mehr Bürokratie geworden", sagt Steffen Kiesewetter. In Sachen Computertechnik ist er ebenfalls Fachmann, was hier und da weitere Aufgaben beschert. Doch neben denen gibt es im Verein auch noch mehr. "Man ist Teil einer Supertruppe, mit der man wirklich gut auskommt", betont Steffen Kiesewetter.


Auch in der Kleingartenanlage ist Steffen Kiesewetter Mannschaftsspieler

Nicht nur in Sachen Handball hat Steffen Kiesewetter dazu beigetragen, dass sich die Städte Hohenstein-Ernstthal und Oberlungwitz ein Stück annähern. Denn er ist auch Vorstand der Kleingartenanlage "Lungwitzer Höhe", die ziemlich genau an der Grenze der beiden Kommunen liegt.

Vor etwa elf Jahren wurde Kiesewetter dort Mitglied, seit zehn Jahren ist er Vorsitzender. Insgesamt 24 Parzellen gibt es auf dem Areal, 21 sind derzeit verpachtet. "Es gibt viele rechtliche Sachen zu beachten. Auch bei den Kleingärtnern wächst die Bürokratie", stellt Kiesewetter fest.

Sogar mit Mietnomaden musste er sich schon rumärgern. Junge Pächter finden sich zwar ab und zu, doch denen muss teils deutlich gemacht werden, dass es im Bundeskleingartengesetz oder der eigenen Vereinsordnung etliche Regelungen von festgeschriebenen Ruhezeiten bis hin zum Anteil der Flächen gibt, die für Obst- und Gemüseanbau zu nutzen sind.

Auf die Einhaltung der Regeln schaut nicht nur der Vereinsvorstand, sondern auch der Territorialverband der Kleingärtner Hohenstein-Ernstthal, der im Altkreis 67Vereine mit rund 2100 Pächtern betreut.

Begehungen als Kontrolle gehören dazu. "Die Anlage von Steffen Kiesewetter ist 1a. Sie war die beste, die wir dieses Jahr gesehen haben", lobt Jochen Thurow, Vorsitzender und Geschäftsführer des Territorialverbandes. (mpf)

0Kommentare
Um zu kommentieren, müssen Sie angemeldet und Inhaber eines Abonnements sein.



    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus. An alle Adblocker

    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus.
    Mehr erfahren Sie hier...